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Windows Live® Suchergebnisse Spanische Kunst und ArchitekturEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Vor- und Frühgeschichte; Antike; Westgotische Kunst; Maurische Kunst; Romanik; Gotik; Malerei bis zum 19. Jahrhundert; Bildhauerei bis zum 19. Jahrhundert; Architektur bis zum 19. Jahrhundert; Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts
Spanische Kunst und Architektur, die Kunst und Architektur Spaniens. Zeugnisse künstlerischen Schaffens finden sich in Spanien seit der Altsteinzeit. Das Land lag während seiner frühen Geschichte im Einflussbereich verschiedener Kulturen, die sich meist mit den einheimischen und früheren Kulturen vermischten. Von einer eigenständigen spanischen Kunst lässt sich ungefähr seit dem 11. Jahrhundert n. Chr. sprechen. Als Höhepunkte der spanischen Kunst können die maurische Kunst (siehe islamische Kunst und Architektur)und ihre Vermischungen mit der christlichen Kunst angesehen werden, dann die Blütezeit der spanischen Malerei des Barock sowie die Kunst Goyas; und auch im 20. Jahrhundert brachte Spanien wieder erstrangige Künstler hervor.
Das Jungpaläolithikum (siehe Steinzeit) ist in Spanien von etwa 30 000 bis etwa 10 000 v. Chr. anzusetzen. In dieser Periode gehörte Spanien zum franko-kantabrischen Kunstkreis. Zeugnisse dieser frühesten Kunst sind Gravierungen und Malereien in Höhlen, die Tiere darstellen (siehe paläolithische Kunst). Die Malereien in der berühmten Höhle von Altamira stammen aus der jüngsten Stufe des Jungpaläolithikums, dem Magdalénien. Während des Mesolithikums war in Ostspanien die so genannte Levante-Kunst verbreitet, die ihre Malereien nicht mehr in Höhlen, sondern im Freien, in Nischen oder an Felswänden, anbrachte. Die kleinen, meist einfarbig gehaltenen Figuren stellen nun auch Menschen dar, oft in Jagd- und Kriegsszenen. Bedeutende Fundorte sind die Gasulla- und die Valltorta-Schlucht. Das Neolithikum dauerte in Spanien ungefähr von 6000 bis 4000 v. Chr. Aus dieser Periode sind Megalithbauten erhalten (siehe neolithische Kunst). Die so genannte Almería-Kultur (etwa 4500 bis 3500 v. Chr.) im südöstlichen Spanien stand in Verbindung mit Afrika. Für sie ist unverzierte Keramik charakteristisch. Die Bevölkerung betrieb neben Viehzucht auch Ackerbau. Die darauf folgende bronzezeitliche Los-Millares-Kultur des 3. und frühen 2. Jahrtausends v. Chr. baute Wein und Oliven an. Sie hinterließ Megalithbauten mit Kuppelgräbern und eine mit Symbolen verzierte Keramik. Im 1. Jahrtausend v. Chr. entwickelten sich die ersten Stadtkulturen. An den Küstenregionen des südlichen Spanien bestanden phönikische und griechische Kolonien (siehe phönikische Kunst; griechische Kunst und Architektur), während die Kultur des nördlichen Spanien von Kelten und Iberern getragen wurde (siehe keltische Kunst). Die Iberer hinterließen vor allem Stein- und Bronzeskulpturen; bekannt ist die Dame von Elche, eine Büste aus dem 6. bzw. 5. Jahrhundert v. Chr.
Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. kamen die Römer nach Spanien und gründeten hier eine ihrer Kolonien. Zeugnisse der römischen Kunst und Architektur sind Straßen (Via Herculea, 7 v. Chr.), Viadukte (Alcántara, Córdoba), Aquädukte (Mérida, Tarragona), Theater (Ampurias, Mérida, Tarragona), Tempel (Córdoba) und der Palast des Augustus in Tarragona. Um 300 n. Chr. entstanden auch Wehrbauten, z. B. bei Barcino (Barcelona). Archäologische Funde der Römerzeit stellt etwa das Museo Romano in Mérida aus. Von frühchristlicher Kunst und Architektur sind wenige Werke erhalten, darunter die Ruinen einer Kirche aus dem 4. Jahrhundert in Centcelles.
Seit dem frühen 5. Jahrhundert war Spanien ein westgotisches Königreich, das Toledo zur Hauptstadt wählte. Den Kirchenbau prägten Stilelemente der römischen und byzantinischen Kunst und Architektur. Die Kirchen waren meist als dreischiffige Basilika mit Holzdach angelegt. In der Bauplastik traten neben byzantinischen auch Elemente der germanischen Volkskunst auf. Ein charakteristisches Stilelement der westgotischen Bauten war der Hufeisenbogen (siehe Bogen und Gewölbe). Baudenkmäler der westgotischen Zeit sind z. B. die Kirchen El Salvador (um 575 bis 600) in Toledo und San Juan Bautista (geweiht 661) in Baños de Cerrato bei Palencia. Bedeutende Werke der westgotischen Kunst entstanden auch in der Goldschmiedekunst.
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