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Windows Live® Suchergebnisse StationendramaEnzyklopädieartikel
Stationendrama, offene Form des Dramas, das im Gegensatz zu Stücken in der Nachfolge der Poetik des Aristoteles nicht in Akte gegliedert ist, sondern aus einer oft lockeren Folge einzelner Szenen (Stationen) besteht. Der Zusammenhang des Stationendramas wird nicht durch den finalen Spannungsbogen einer stringenten Handlung gestiftet, sondern durch eine im Mittelpunkt stehende Figur, die die Teile verbindet. Die einzelnen Szenen können sehr selbständig gestaltet sein und vermitteln zumeist jeweils unterschiedliche Perspektiven auf das Geschehen oder den Figurentypus. Frühformen des Stationendramas finden sich bereits in geistlichen Spielen des Mittelalters. In einem weiter gefassten Sinn werden auch Jakob Michael Reinhold Lenz’ Der Hofmeister oder Vortheile der Privaterziehung (1774) und Georg Büchners Woyzeck (entstanden 1836/37, erschienen 1878) dem Stationendrama zugerechnet, auch wenn von Letzterem eine Endfassung nicht überliefert ist und nur Lesarten existieren. Zu den bedeutendsten Werken dieser Dramenform gehören August Strindbergs Stücke Till Damaskus I/II (1898; Nach Damaskus I/II) und Ett drömspel (1902; Ein Traumspiel), die wiederum einen nachhaltigen Einfluss auf die Stationendramen des Expressionismus ausübten, namentlich auf Dramen Frank Wedekinds, Ernst Tollers, Walter Hasenclevers, Robert Müllers und Georg Kaisers. Weitere Beispiele sind Stücke des epischen Theaters von Bertolt Brecht.
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