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Strukturwandel

Enzyklopädieartikel
Artikelgliederung
1

Einleitung

Strukturwandel, die meist über einen längeren Zeitraum stattfindende Verschiebung des gesamtwirtschaftlichen Gefüges. Indikatoren dieser allmählichen Veränderung sind u. a. ein erhöhter oder verminderter Anteil bestimmter Wirtschaftssektoren an der Zusammensetzung des Produktionsvermögens, die Verteilung der Beschäftigten auf bestimmte Sektoren, Regionen und Qualifikationsstufen sowie insbesondere eine strukturell bedingte Arbeitslosigkeit.

2

Ursachen und Faktoren

Zu den wesentlichen Ursachen des Strukturwandels gehört eine Verschiebung der Nachfrage nach bestimmten Gütern und Dienstleistungen aufgrund eines veränderten Bedarfs, zu hoher Kosten oder neuer Technologien. Bestes Beispiel hierfür ist die Verdrängung der Steinkohle durch Erdöl und Gas, was für die traditionellen Kohlereviere wie das Ruhrgebiet eine völlige Neuorientierung erfordert. Weitere Faktoren und Ursachen für einen Strukturwandel sind arbeitssparende Produktionsverfahren infolge von Innovationen, neue Arbeitsplatzstrukturen beispielsweise aufgrund moderner Telekommunikationstechnologien, eine veränderte Verfügbarkeit von Produktionsfaktoren und Produktionsmitteln wie auch die Entstehung oder Ausdehnung neuer Branchen, beispielsweise im Bereich der Elektronik, der Umwelttechnik oder der Entsorgungswirtschaft. Die zunehmende Globalisierung der Wirtschaft, wie sie vor allem im Rahmen der Standortdebatte diskutiert wird, begründet ebenfalls dauerhafte strukturelle Veränderungen der einzelnen Volkswirtschaften. Als konkrete Faktoren sind hier insbesondere die internationalen Verflechtungen der Unternehmen, die Öffnung neuer Märkte und die zunehmende Verlagerung von arbeitsintensiven Produktionen in Niedriglohnländer zu nennen.

3

Strukturpolitische Maßnahmen

Vorrangige Aufgabe und Ziel der Strukturpolitik ist es, die mit einem Strukturwandel verbundenen Belastungen wie Arbeitslosigkeit so gering wie möglich zu halten. Deshalb müssen sich anbahnende Veränderungen langfristig erkannt und frühzeitig geeignete Maßnahmen für den notwendigen Umstellungs- und Anpassungsprozess getroffen werden. In der Bundesrepublik Deutschland wurde zu diesem Zweck in den achtziger Jahren eine vorwiegend von Wirtschaftsinstituten durchgeführte Strukturberichterstattung aufgebaut, durch die insbesondere regionale wie auch sektorale Veränderungen sowie deren Ursachen und Folgen beobachtet werden sollen. Mit Hilfe dieser Berichterstattung wie auch auf der Grundlage der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung können Entwicklungstrends festgestellt, Zusammenhänge analysiert und ausgewertet sowie betriebliche und arbeitsmarktpolitische Strategien und Maßnahmen erarbeitet werden. So ist beispielsweise die Förderung der beruflichen Fortbildung und Qualifizierung der Arbeitskräfte ein wichtiges Element zur Bewältigung des Strukturwandels. Als strukturpolitische Instrumente werden vor allem Steuervergünstigungen und Subventionen eingesetzt, mit deren Hilfe beispielsweise zukunftsträchtige Wirtschaftszweige unterstützt, wichtige Wachstumsmärkte ausgebaut und innovative Entwicklungen gefördert werden können.

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