![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse TaboritenEnzyklopädieartikel
Taboriten, radikale Richtung der Hussiten, benannt nach ihrem ab 1420 errichteten, befestigten Lager in Südböhmen, der Burg Tábor, die ihren Namen von dem biblischen Berg Tabor hatte. In den Hussitenkriegen schlossen sich den Taboriten unter Jan Žižka vor allem Angehörige der Landbevölkerung an, während die gemäßigten Hussiten, die Utraquisten, ihre Anhänger im Adel und im Prager Bürgertum fanden. Nach dem Tod von Žižka übernahm 1424 Prokop die Führung der Taboriten. In ihren Forderungen gingen die Taboriten wesentlich über den Minimalkonsens aller Hussiten hinaus, der in den vier Prager Artikeln von 1420 niedergelegt worden war. Sie lehnten kirchliche Hierarchie und Institutionen ab, soweit sie nicht schon in der Bibel Erwähnung fanden, und strebten die Errichtung des Gottesreiches mit Hilfe des Schwertes an. Sozialreformerische Züge erhielt die Bewegung durch die Forderung nach Gütergemeinschaft. Der erste Bischof der Taboriten, Nicolas von Pelhrimow, las die Liturgie in tschechischer Sprache, erlaubte die Priesterehe und akzeptierte nur die Sakramente der Taufe und des Abendmahls. Dank militärischer Neuerungen wie dem Einsatz von beweglichen Kanonen siegten die Taboriten mehrfach über die Heere König Sigismunds und brachten 1424 bei Maleschau auch den Utraquisten eine empfindliche Niederlage bei. Während die Utraquisten den in den Prager Kompaktaten 1433 gefundenen Kompromiss mit dem Basler Konzil akzeptierten, setzten die Taboriten ihren Widerstand fort, bis sie sich 1434 bei Lipan dem vereinten Heer von Utraquisten und Katholiken geschlagen geben mussten. Erst 1452 fiel mit Tábor die letzte Festung der Taboriten.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |