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Tocharische Sprache

Enzyklopädieartikel

Tocharische Sprache, zentralasiatische indogermanische Kentumsprache mit zwei Varianten. Vom Tocharischen liegen nur Schriftstücke in Form von Fragmenten vor. Diese Fragmente werden auf den Zeitraum von circa 500 bis 700 n. Chr. datiert. Da es sich bei diesen Fragmenten zudem vornehmlich um Übersetzungen buddhistischer Sanskrit-Texte handelt, weiß man über die Kultur und Lebensweise der Sprecher nur wenig; sie gehörten wohl einer frühmittelalterlichen buddhistischen Kultur an. Man unterscheidet Tocharisch A und Tocharisch B, die analog zu ihren Fundorten auch als Osttocharisch (A) und West- oder Westosttocharisch (B) bezeichnet werden. Unterschiede zwischen den beiden Varianten oder Dialekten finden sich vornehmlich im Bereich des Wortschatzes.

Das Tocharische unterscheidet fünf Numeri: Singular, Paral (für natürliche Paarverbindungen wie Arme, Beine, Ohren), Dual, Plural und Plurativ (distributiver Plural). Bemerkenswert ist ferner, dass das Osttocharische beim Personalpronomen der 1. Person Singular („ich”) zwei Formen aufweist: eine für männlich und eine für weiblich. Beide tocharische Dialekte sind postpositionale Sprachen, d. h., sie verwenden in der Regel Postpositionen statt Präpositionen. Die Wortstellung ist Subjekt–Objekt–Verb.

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