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Windows Live® Suchergebnisse TupinambáEnzyklopädieartikel
Tupinambá, zumeist Oberbegriff für zahlreiche, heute durch die Folgen des Kolonialismus ausgestorbene Gruppen der Küsten-Tupí. Diese gehörten der weit reichenden südamerikanischen Sprachfamilie Tupí-Guaraní an und siedelten im 16. Jahrhundert an der heute zu Brasilien gehörenden Atlantikküste, etwa im Bereich zwischen der Mündung des Amazonas bis zur Region des Rio de la Plata. Die Tupinambá im engeren Sinn lebten an der Atlantikküste etwa im Gebiet zwischen dem heutigen Rio de Janeiro und dem Bundesstaat Pernambuco. Ihre wirtschaftliche Grundlage bildeten die Landwirtschaft sowie die Küstenfischerei. Charakteristisch waren die großen, von bis zu 15 000 Menschen bewohnten Siedlungen. Großen Bekanntheitsgrad erlangten die Tupinambá, die zu den ersten südamerikanischen ethnischen Gruppen gehörten, die mit den europäischen Eroberern in Kontakt traten, durch zahlreiche europäische Berichte und Reisebeschreibungen. Hierzu gehören auch die aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammenden Berichte des für die Portugiesen als Söldner dienenden Hans Staden, die vor allem durch die Beschreibungen des rituellen Kannibalismus der Tupinambá Berühmtheit erlangten, gerade jedoch in dieser Hinsicht mit großer quellenkritischer Vorsicht zu behandeln sind.
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