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Tyrannendrama

Enzyklopädieartikel

Tyrannendrama, besonders im Barock verbreitete Form des Trauerspiels, dessen Tyrannenfigur – im Gegensatz zu Herrscherfiguren der Dramen William Shakespeares, Pedro Calderóns de las Barca oder Jean Racines – nicht durch eine vorherrschende Leidenschaft oder klar umrissene Zielsetzungen bestimmt wird, aus denen heraus sich ihr Handeln organisiert. Vielmehr verkörpert er einen keiner Ordnung folgenden und von Affekten geleiteten Machtwillen, der wegen seiner Willkür zugleich auch Ohnmacht bedeuten kann. Insofern ist der Tyrann im barocken Trauerspiel Ausdruck des barocken Geschichtsverständnisses, dem zufolge Geschichte grundsätzlich durch Verfall und Vergänglichkeit gezeichnet ist. Als Gegenspieler steht ihm oft die Figur des Märtyrers gegenüber. In diesem Fall heben die Bezeichnungen Tyrannendrama und Märtyrerdrama lediglich unterschiedliche Aspekte des gleichen Dramentyps hervor. Zu den bedeutendsten Autoren des Tyrannendramas gehören Andreas Gryphius, Daniel Casper von Lohenstein und Johann Christian Hallmann.

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