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Ulrich von Braunschweig

Enzyklopädieartikel

Ulrich von Braunschweig (1633-1714), Schriftsteller. Er war ein Vertreter des Barock innerhalb der deutschen Literatur. Seine Romane Die durchleuchtige Syrerinn Aramena (5 Bde., 1669-1673) und Octavia Römische Geschichte (8 Bde., 1677-1685) zählen damit zu den bedeutendsten Leistungen der Romankunst des 17. Jahrhunderts.

Ulrich wurde als zweiter Sohn Herzog August des Jüngeren von Braunschweig-Lüneburg in Hitzacker geboren und unternahm nach einer anspruchsvollen höfischen Erziehung – zu seinen Lehrern zählten Justus Georg Schottel und Sigmund von Birken – 1655 und 1656 die obligate Kavalierstour nach Paris; nach seiner Rückkehr heiratete er in Wolfenbüttel Elisabeth Juliane von Holstein-Norburg. Von 1685 bis 1704 regierte er zusammen mit seinem älteren Bruder, danach allein das Herzogtum zu Braunschweig-Lüneburg. 1710 trat er – wohl in der Hoffnung auf das Bistum Hildesheim bzw. das Erzbistum Köln und die damit verbundene Kurfürstenwürde – zum katholischen Glauben über. Ulrichs Anfänge als Dichter stehen im Zeichen des geistlichen Liedes: Der schmale Lyrikband Himmlische Lieder, der 1655 als Neujahrsgeschenk an den Vater entstand und 1665 mit zusätzlichen Texten sowie 1667 nochmals erweitert unter dem Titel Christ-Fürstliches Davids-Harpfen-Spiel gedruckt wurde, versammelt geistliche Lieder, von denen viele bis heute in den evangelischen Gesangbüchern zu finden sind. Anlässlich höfischer Festtage schrieb Ulrich zahlreiche Singspiele und Ballette, die für die Entwicklungsgeschichte des höfischen Theaters und der Oper bedeutsam wurden. Seine größte dichterische Leistung sind die höfisch-historischen Romane Die durchleuchtige Syrerinn Aramena (5 Bde., 1669-1673) und Octavia Römische Geschichte (8 Bde., 1677-1685), die mit ihrer labyrinthischen Handlung und dem gezierten, formgebändigten Stil das Weltbild und das ästhetische Ideal der Barockzeit verkörpern. Ulrich starb in Salzdahlum bei Wolfenbüttel.

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