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Windows Live® Suchergebnisse Alfred WernerEnzyklopädieartikel
Alfred Werner (1866-1919), schweizerischer Chemiker und Nobelpreisträger. Mit seiner Theorie zur Koordinationschemie lieferte der Wissenschaftler einen bedeutenden Beitrag für den Weg von der klassischen zur modernen Chemie. Werner wurde am 12. Dezember 1866 in Mülhausen (Mulhouse) im Elsass geboren. Nach Abschluss seiner Schulausbildung begann Werner 1885 an der Technischen Hochschule in Karlsruhe Chemie zu studieren. Nur ein knappes Jahr später wechselte er ans Eidgenössische Polytechnikum in Zürich. Dort erhielt er 1889 das Diplom und wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Georg Lunge, der sich u. a. mit technischer Chemie (z. B. Soda- und Schwefelsäureherstellung) und mit Indikatoren (z. B. Methylorange) beschäftigte. 1890 promovierte Werner. Nach einem einjährigen Studienaufenthalt in Paris kehrte er ans Polytechnikum zurück und begann dort mit der Habilitation. Diese schloss er 1892 mit seiner Arbeit Beiträge zur Affinität und Valenz erfolgreich ab. Darin umriss Werner bereits die später von ihm entwickelte Koordinationslehre. Einen weiteren Meilenstein setzte er 1893 mit der Arbeit Beitrag zur Konstitution anorganischer Verbindungen. Seine Theorie der Koordinationschemie ging davon aus, dass in anorganischen Verbindungen Hauptvalenzen, entsprechend der Wertigkeit (Oxidationsstufe), für die Bildung von Verbindungen erster Ordnung verantwortlich seien. Nebenvalenzen, so die Theorie weiter, würden, entsprechend der Koordinationszahl des Zentralatoms, für die Bildung von Verbindungen höherer Ordnung verantwortlich sein. Hierbei würden die das Zentrum umgebenden Liganden sich u. a. in oktaedrischer, tetraedrischer oder in quadratisch-planarer Form anordnen (siehe Stereochemie). Noch im gleichen Jahr (1893) wurde er außerordentlicher Professor für Chemie am Polytechnikum in Zürich. Hier heiratete Werner 1894 Emma Giesker, mit der er einen Sohn und eine Tochter hatte. Mit seiner Vermählung nahm der Forscher die schweizerische Staatsbürgerschaft an. 1895 wurde Werner ordentlicher Professor am Polytechnikum. Schließlich baute der Chemiker in Zürich ein bedeutendes Zentrum zur Erforschung der Koordinationschemie auf. Für seine bahnbrechenden Arbeiten wurde Werner 1913 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. 1921 konnte Werners Theorie anhand röntgenstrukturanalytischer Untersuchungen verschiedener kristalliner Komplexverbindungen auf eindrucksvolle Weise bestätigt werden. Leider erkrankte der Laureat bereits 1915 schwer an Arteriosklerose und musste sein Amt in Zürich vorzeitig niederlegen. Unglücklicherweise konnte er sich nicht mehr von der Krankheit erholen. Werner starb nur wenige Wochen vor seinem 53. Geburtstag am 15. November 1919 in Zürich.
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