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Hermann von Wissmann

Enzyklopädieartikel

Hermann von Wissmann (1853-1905), deutscher Afrikaforscher und Gouverneur Deutsch-Ostafrikas. Hermann von Wissmann wurde 1853 in Frankfurt an der Oder geboren. Nach Beendigung des Gymnasiums trat er dann in das Kadettenkorps in Berlin ein. Nach dessen Abschluss lernte er den Forschungsreisenden P. Pogge kennen, ließ sich vom Militärdienst in Mecklenburg befreien und begleitete ihn von 1880 bis 1883 auf einer Expedition von Luanda (Angola) über Malanje (Nordangola) an den Kassai (einen der linken Nebenflüsse des Kongo). Danach gelangte die Expedition nach Nyangwe am Kongo. Nachdem P. Pogge an die Westküste Afrikas zurückgekehrt war, zog von Wissmann weiter über den Tanganyikasee zur Ostküste. Damit gelang erstmals eine West-Ost-Durchquerung Äquatorialafrikas.

Von 1884 bis 1885 unternahm von Wissmann eine zweite Afrikareise, diesmal im Auftrag König Leopold II. von Belgien. Die Expedition führte ihn wieder nach Äquatorialafrika, wo er den Kassai erforschte. An der Mündung des Lulua in den Kassai errichtete er den wichtigen Handelsstützpunkt Luluaburg. Eine dritte Reise führte ihn 1886 wiederum an den Kongo und den Kassai, von wo er weiter über den Tanganyikasee an den Sambesi und nach Quelimane am Indischen Ozean zog. Von 1888 bis 1890 war von Wissmann Reichskommissar, besetzte danach verschiedene Posten im Kolonialdienst und wurde 1895/96 Gouverneur von Deutsch-Ostafrika. Hermann von Wissmann kehrte dann auf sein Gut in der Steiermark zurück, wo er sich seinen Schriften widmete. Zu seinen wichtigsten Werken zählen Im Inneren Afrikas (1888) und Meine zweite Durchquerung Äquatorial-Afrikas (1890/91). Er verstarb am 15. Juli 1905 in Weissenbach (Steiermark) durch einen Jagdunfall.

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