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Windows Live® Suchergebnisse Sönke WortmannEnzyklopädieartikel
Sönke Wortmann (*1959), deutscher Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler. Mit der Komödie Der bewegte Mann (1994) gelang ihm einer der erfolgreichsten deutschen Filme der neunziger Jahre. Wortmann wurde am 25. August 1959 als Sohn eines Bergarbeiters in Marl (Nordrhein-Westfalen) geboren. Nach dem Abitur unterschrieb er einen Profivertrag als Fußballer beim damaligen Zweitligisten Westfalia Herne. Von 1984 bis 1989 studierte er Regie an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film und am Royal College of Art in London. Seine Abschlussarbeit an der Münchner Filmhochschule, Drei D, wurde mit Erfolg bei den Hofer Filmtagen gezeigt. Bevor er seine erste Regiearbeit übernahm, trat er als Schauspieler auf der Bühne und im Fernsehen auf, u. a. in einer Nebenrolle in der TV-Serie Die glückliche Familie (1987) mit Maria Schell und Siegfried Rauch. Mit Eine Wahnsinnsehe (1990) drehte Wortmann seinen ersten frei produzierten Spielfilm und danach ein Fernsehspiel, die Beziehungskomödie Unter Frauen (1991), die als Kinofassung unter dem Titel Allein unter Frauen (mit Thomas Heinze, Jennifer Nitsch, Meret Becker) auf dem Münchner Filmfest mit großem Erfolg gezeigt wurde. Es folgte der Spielfilm Kleine Haie (1992), eine amüsante Geschichte über drei junge Leute, die versuchen, an einer Schauspielschule aufgenommen zu werden. Der Titel des Films ist eine Anspielung auf das Schauspielschüler-Kompendium Der kleine Hey: Die Kunst des Sprechens. Der mäßig erfolgreiche Film Mr. Bluesman (1993), eine Mischung aus Liebes- und Kriminalkomödie, erzählt die Geschichte eines Bluespianisten, auf den versehentlich ein Killer angesetzt wird. Seinen ersten großen Erfolg feierte Wortmann mit der Verfilmung des Ralf-König-Comics Der bewegte Mann (1994) mit Stars des deutschen Films wie Til Schweiger, Katja Riemann oder Joachim Król. Es folgten die Beziehungskomödie Das Superweib (1996, nach dem Bestseller von Hera Lind) mit Veronica Ferres, die Literaturverfilmung Der Campus (1998) mit Heiner Lauterbach und St. Pauli Nacht (1999), ein Episodenfilm mit Maruschka Detmers, der im Hamburger Rotlichtmilieu angesiedelt ist. In den USA entstand die Kriminalkomödie The Hollywood Sign (2001; Der Himmel von Hollywood), ein Abgesang auf die Illusionen der Traumfabrik, für die er ehemalige Stars wie Burt Reynolds und Rod Steiger engagieren konnte. Mit seinem ambitionierten Familien- und Gesellschaftsdrama Das Wunder von Bern (2003) widmete sich Wortmann einem Mythos der deutschen Nachkriegsgeschichte, dem überraschenden 3:2-Endspielsieg der Elf von Sepp Herberger über den hohen Favoriten Ungarn bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz – einem Sportereignis, dem nach allgemeiner Auffassung hohe Signalwirkung für die „kollektive Psyche” der deutschen Bevölkerung nach den Jahren des Nationalsozialismus und des 2. Weltkrieges zukam. Wortmann, früher selbst ein talentierter Fußballer, inszenierte die Vater-Sohn-Geschichte, in der der Stürmer Helmut Rahn im Mittelpunkt steht, mit viel Pathos und Emotion. Mit der siebenteiligen TV-Serie Freunde für immer (2006) widmete sich Wortmann erneut der Fiktionalisierung des beliebten Mannschaftssports und schildert humorvoll das Leben einer Freizeitfußballmannschaft. Die ausgewiesene Affinität des Regisseurs zum Fußballsport führte dazu, dass er damit beauftragt wurde, die deutsche Nationalmannschaft unter Bundestrainer Jürgen Klinsmann bei der Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land filmisch zu begleiten. Deutschland. Ein Sommermärchen (2006) rückt konsequent die Mannschaft in den Mittelpunkt und dokumentiert das Erleben der Spieler und der Betreuer aus der Schlüssellochperspektive auch in Situationen, die für den Zuschauer in der Regel verborgen sind. Aus mehr als 100 Stunden Filmmaterial entstanden Momentaufnahmen aus dem Innenleben der deutschen Mannschaft, die aufgrund ihrer überzeugenden Spielweise von den Fans in Deutschland begeistert gefeiert wurde. Sönke Wortmann erhielt zahlreiche Auszeichnungen, neben einer Oscar-Nominierung 1988 in der Kategorie Studentenfilm u. a. den Ernst-Lubitsch-Preis 1995, den Deutschen Filmpreis in Gold 1992 und 1995, den Bayerischen Filmpreis 1991, 1998 und 2003 sowie den Publikumspreis beim Filmfestival von Locarno 2003.
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