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Valdas Adamkus

Enzyklopädieartikel

Valdas Adamkus (*1926), Staatspräsident von Litauen (1998-2003 und seit 2004).

Adamkus wurde am 3. November 1926 in Kaunas geboren. Nach Abzug der deutschen Besatzer aus Litauen floh seine Familie 1944 vor der Roten Armee nach München und emigrierte 1949 in die USA. 1960 graduierte Adamkus an der University of Illinois zum Ingenieur, trat in den Staatsdienst und arbeitete sich dort zum Vizeverwaltungschef der Umweltschutzbehörde Environmental Protection Agency (EPA) in Chicago hoch. Er trat der Republikanischen Partei bei, engagierte sich in antisowjetischen Emigrantenorganisationen und hielt Kontakt zur litauischen Unabhängigkeitsbewegung. 1991 kehrte er als Umweltprojektleiter in seine Heimat zurück und unterstützte dort 1993 den bürgerlichen Präsidentschaftskandidaten. Nach dessen Niederlage gegen den postkommunistischen Bewerber Algirdas Brazauskas kandidierte Adamkus 1997 selbst für das Präsidentenamt und erreichte im Januar 1998 im zweiten Wahlgang einen hauchdünnen Überraschungssieg. Als Präsident betrieb er nachdrücklich die Westbindung Litauens, vor allem den Beitritt seines Landes zur Europäischen Union und zur NATO. Bei den darauf folgenden Präsidentenwahlen unterlag der zunächst als Favorit geltende Adamkus im Januar 2003 in der Stichwahl völlig überraschend dem Rechtsliberalen Rolandas Paksas; im Februar 2003 übergab er die Amtsgeschäfte offiziell seinem Nachfolger. Paksas wurde im April 2004 durch ein Amtsenthebungsverfahren u. a. wegen Amtsmissbrauchs wieder abgesetzt. Die darauf folgenden Präsidentschaftswahlen im Juni 2004 gewann in der Stichwahl mit gut 52 Prozent der Stimmen erneut Adamkus, der wieder als Favorit in die Wahlen gegangen war.

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