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Awami-Liga

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Scheich Mujibur RahmanScheich Mujibur Rahman

Awami-Liga (englisch: Awami League), sozialistisch orientierte politische Partei in Bangladesch.

Die Awami-Liga wurde 1949 von Mujibur Rahman, Maulana Bashani und Hussein Suhrawardi gegründet. In ihren Anfangsjahren kämpfte sie in erster Linie für die Autonomie und später für die Unabhängigkeit Ostpakistans (des heutigen Bangladesch) von Pakistan. Seit 1966 unter der Führung von Mujibur Rahman, gewann die Awami-Liga 1970 bei den Parlamentswahlen 167 der 169 für Ostpakistan reservierten Sitze und wurde damit zugleich stärkste Kraft im pakistanischen Parlament. Nachdem Ostpakistan/Bangladesch um die Jahreswende 1971/72 vor allem aufgrund des Einsatzes Mujibur Rahmans und der Awami-Liga endgültig unabhängig geworden war, spielte die Partei eine entscheidende Rolle in der bangladeschischen Politik. Bis 1975 stellte sie mit Mujibur Rahman den Staatspräsidenten, und nach dessen Verfassungsänderung Anfang 1975 war sie allein zugelassene Partei in Bangladesch, allerdings nur bis zum Sturz Mujiburs im August 1975. In der Folgezeit waren bis 1976 sämtliche parteipolitische Aktivitäten untersagt, d. h. alle politischen Parteien einschließlich der Awami-Liga verboten.

Aus den Parlamentswahlen von 1979 ging die Awami-Liga mit gut 27 Prozent der Stimmen als zweitstärkste Kraft hervor; absolut stärkste Kraft wurde die neu gegründete, dem Präsidenten Zia ul-Rahman nahe stehende Bangladesh National Party (BNP). 1981 übernahm Mujiburs Tochter, Sheikh Hasina Wajed, die Führung der Partei. Nach dem Putsch General Ershads 1982 wurden erneut vorübergehend alle politischen Parteien verboten. In der Folgezeit führte die Awami-Liga zusammen mit der BNP die Opposition gegen Ershads Militärregime an; Ende 1990 beugte sich Ershad schließlich dem Druck der Opposition und trat zurück.

Bei den Parlamentswahlen im Februar 1991 gewann die Awami-Liga nur 84 der insgesamt 300 direkt vergebenen Parlamentssitze und wurde damit zweitstärkste Kraft hinter der BNP mit 170 Mandaten, die nun die Regierung übernahm; Premierministerin wurde die BNP-Vorsitzende Khaleda Zia, die Witwe Zia ul-Rahmans. Die Folgezeit war von der zunehmend schärferen Auseinandersetzung zwischen Regierung und Opposition und der wachsenden persönlichen Feindschaft zwichen den beiden Parteiführerinnen Hasina Wajed und Khaleda Zia geprägt. Die Awami-Liga warf der Regierung Wahlfälschung, Unfähigkeit und Korruption vor, forderte den Rücktritt Khaleda Zias und organisierte zahlreiche Massendemonstrationen und Generalstreiks gegen die Regierung; Ende 1994 legten die meisten Abgeordneten der Awami-Liga aus Protest gegen die Regierung ihre Parlamentsmandate nieder. Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im Februar 1996, die Khaleda Zia unter dem Druck der Opposition anberaumt hatte, gewann die BNP fast alle Mandate – allerdings hatte die Opposition einschließlich der Awami-Liga die Wahlen boykottiert und auch die Bevölkerung zum Boykott aufgerufen. Wenig später trat Khaleda Zia angesichts der weiter zunehmenden Proteste der Opposition zurück.

Aus den Neuwahlen im Juni 1996 ging die Awami-Liga mit 147 Mandaten als stärkste Kraft hervor und übernahm nun mit ihrer Vorsitzenden Hasina Wajed als Premierministerin die Regierung. Die Awami-Regierung verfolgte einen demokratischen, auf Modernisierung ausgerichteten säkularen Kurs, der deutliche Erfolge in der Wirtschaft, den Außenbeziehungen und einigen Bereichen der Innenpolitik zeitigte, zugleich aber auf den scharfen Protest der nun oppositionellen BNP stieß, die für die Rückkehr zu autoritäreren, muslimisch bestimmten Strukturen kämpfte. Der Regierung Wajed gelang es als erster Regierung Bangladeschs, eine volle Legislaturperiode zu absolvieren; nach deren Ablauf im Juni 2001 trat sie verfassungsgemäß zurück und machte einer unparteilichen Übergangsregierung Platz, die vor allem einen fairen und ruhigen Wahlkampf gewährleisten sollte. Allerdings hatte sich im Lauf der Jahre die politische Polarisierung zwischen der Awami-Liga und der Opposition dermaßen verschärft und die Bereitschaft zur Gewalt auf beiden Seiten so zugenommen, dass die politische Auseinandersetzung auch im Wahlkampf immer wieder in blutige Gewaltaktionen ausartete, die insgesamt etwa 200 Tote forderten.

Im Vorfeld der Wahlen am 1. Oktober 2001 wurden der Awami-Liga deutlich größere Chancen auf einen Wahlsieg eingeräumt als der BNP; nach den Wahlen ergab sich jedoch ein völlig anderes Bild: Die Awami-Liga erlebte eine verheerende Niederlage, gewann nur noch 62 Mandate und musste die Regierung wieder an die BNP abgeben, die nun zusammen mit ihrem Koalitionspartner über eine für Verfassungsänderungen notwendige Zweidrittelmehrheit im Parlament verfügte.

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