Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Chimäre (Botanik)Enzyklopädieartikel
Chimäre (Botanik) (nach lateinisch chimaera, einem mythologischen Mischwesen, siehe Chimäre), aus genetisch verschiedenen Geweben bestehende Pflanze; man unterscheidet Pfropfchimären und Mutationschimären. Pfropfchimären gehen aus genetisch unterschiedlichen Pflanzen durch Pfropfen hervor (siehe Veredelung und Vermehrung von Pflanzen). Bei der Pfropfchimäre bilden die Triebe, die nach dem Zusammenwachsen der gepfropften Teile aus dem Kallus (Wundgewebe) an der Schnittstelle entstehen, ein Mischgewebe. Dieses Gewebe weist im Vergleich zu den Ursprungspflanzen Unterschiede im genetischen Material auf, beispielsweise hinsichtlich der Chromosomenzahl. Pfropfchimären besitzen meist Eigenschaften von beiden Ausgangspflanzen. Von einer Mutationschimäre spricht man dagegen, wenn im pflanzlichen Gewebe Mutationen (siehe Genetik) auftreten, die aber nur einen Teil des Gewebes bzw. Sprosses betreffen. Im Lauf des Wachstums werden dann Zweige oder auch Blüten mit unterschiedlichen Eigenschaften gebildet. So können im Zierpflanzenbau Nelken auftreten, bei denen sich innerhalb einer weißen Blüte rote Blütenblätter bilden. Im Gartenbau werden Mutationschimären genutzt, um neue Obst- oder Gemüsesorten zu züchten. Eine Mutation kann durch das Ausbleiben der Zellteilung in den mutierten Bereichen wieder verloren gehen. Mutationen werden für Zwecke der Pflanzenzüchtung, etwa mit Hilfe des Alkaloids Colchicin, auch künstlich ausgelöst. Selten können auch im Tierreich Chimären auftreten. So wurde an den zweieiigen Zwillingen von Krallenaffen beobachtet, dass diese in der Gebärmutter Zellen austauschen und dann das Genmaterial beider Individuen tragen.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |