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Windows Live® Suchergebnisse ErbauungsliteraturEnzyklopädieartikel
Erbauungsliteratur, seit dem 16. Jahrhundert belegbarer Begriff für in volkstümlicher Sprache verfasstes Schrifttum, das darauf ausgerichtet ist, den Einzelnen oder die Gemeinde im christlichen Glauben zu festigen. Der Sache nach lassen sich jedoch schon Gebetsliteratur, Traktate, Heiligenlegenden, Märtyrererzählungen und mystische Texte des christlichen Altertums und des Mittelalters darunter fassen. Das theologische Verständnis von Erbauung beruht auf der Vorstellung, dass der Mensch aufgrund seiner Schwäche und der Anfechtungen durch die Welt der Ermahnung und des Trostes bedürfe. Zu den wichtigsten Erbauungsschriften der Reformation gehören vor allem der Kleine Katechismus und der Große Katechismus Martin Luthers. Darüber hinaus erscheinen in dieser Zeit eine Vielzahl von Andachtsbüchern, Postillen und religiösen Flugschriften. Charakteristisch für die protestantische Erbauungsliteratur ist eine stärkere Betonung der Gewissensprüfung und eine Abkehr vom Streben nach Vollkommenheit, wie es in der religiösen Literatur des Mittelalters angelegt war. Die Darstellung individuell-subjektiver Frömmigkeit wird vor allem im Pietismus weitergeführt, der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts seinen Höhepunkt erreicht und dessen Sprache der Innerlichkeit maßgeblich die Literatur der Empfindsamkeit beeinflusst hat. Anklänge an pietistische Tendenzen finden sich noch in der Erbauungsliteratur des 19. und des 20. Jahrhunderts. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts gehörte die Erbauungsliteratur zu der am weitesten verbreiteten Literaturform des deutschen Sprachraums.
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