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Faunenverfälschung

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Eingebürgerte TiereEingebürgerte Tiere

Faunenverfälschung, Veränderung der Fauna eines Gebiets durch das Einführen fremder Tierarten (Neozoen).

Manche Neozoen wurden absichtlich eingeführt, andere unabsichtlich eingeschleppt. In Europa wurden beispielsweise Tierarten aus anderen Regionen ausgesetzt, um sie wirtschaftlich nutzen oder bejagen zu können, wie die nordamerikanische Regenbogenforelle und der ostasiatische Sikahirsch. Zu den unabsichtlich nach Europa eingeschleppten Arten gehören der nordamerikanische Kartoffelkäfer und die aus Asien stammende Hausmaus. Während die Folgen für die vorhandenen Artengemeinschaften in Europa eher gering waren, starben in Australien viele Beuteltierarten unter dem Druck absichtlich eingebürgerter Raubtiere, Huftiere und Kaninchen aus, und Ökosysteme wurden empfindlich gestört. In Nordamerika ist die Süßwasserfauna in erheblichem Maß durch eingeschleppte Arten bedroht. So hat dort die aus Europa stammende Zebramuschel mehrere autochthone Arten aus Flüssen und Seen verdrängt.

Fremde Arten können erhebliche wirtschaftliche Schäden anrichten. In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts kam es zu einer Massenvermehrung von Quallen im Schwarzen Meer, die 1982 mit dem Bilgenwasser, dem im Schiffsrumpf angesammelten Wasser eines nordamerikanischen Schiffes eingeschleppt worden waren. Diese Plankton fressenden Quallen der Art Ctenophora mnemiopsis, die im Schwarzen Meer keine Nahrungsfeinde hatten und die dortige Fischfauna durch Nahrungskonkurrenz sowie durch das Erbeuten von Fischbrut schädigten, machten Anfang der neunziger Jahre eine geschätzte Gesamtbiomasse von einer Milliarde Tonnen aus. Die Mitte der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts in die USA eingeschleppte asiatische Formosa-Termite (Coptotermes formosanus) richtet erhebliche Schäden an Holzkonstruktionen an.

Arten, die sich in ihrer neuen Heimat ohne Hilfe des Menschen vermehren, müssen oft als eingebürgert akzeptiert werden. Wenn sie aber, wie im Fall der Aale im Einzugsgebiet der Donau, von neuerlichem künstlichem Besatz abhängig sind, kann eine Faunenverfälschung rückgängig gemacht werden.

Bei der 6. Vertragsstaatenkonferenz zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt, die 2002 in Den Haag stattfand, wurde vereinbart, dass Tierarten künftig nur mit Genehmigung der Empfängerländer in fremde Regionen verfrachtet werden dürfen. Faunenverfälschung sei nach der Zerstörung tropischer Regenwälder die zweitwichtigste Ursache des Aussterbens von Arten. Für Deutschland ging man 2005 von rund 1 500 fremden Tierarten aus. Zu den Neozoen unter den Säugetieren gehören hier Raubtiere wie Waschbären, Marderhunde und Minks, zu den Vögeln Halsbandsittiche, Flamingos und Nandus.

Siehe auch bedrohte Arten

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