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Windows Live® Suchergebnisse HautkrankheitenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Hautentzündungen (Dermatitiden) und Reaktionen auf physikalische oder chemische Reizung; Erregerbedingte Hautkrankheiten; Erkrankungen der Talgdrüsen; Papulo-squamöse und Blasen bildende Erkrankungen; Störungen der Verhornung und der Pigmentierung; Maligne Tumoren; Hauttransplantation; Haut und Psyche
Hautkrankheiten, Dermatosen, pathologische Veränderungen der Haut durch äußere oder innere Faktoren. Hautkrankheiten werden unterschieden nach Ausbreitung und Art sowie (falls feststellbar) Ursache der Hautveränderungen. Neben oberflächlichen Hautveränderungen (Effloreszenzen, „Hautblüten”) können auch an Mundschleimhaut, Kopfhaut und Nägeln sowie im Anal- und Genitalbereich Veränderungen bestehen. Als charakteristische Primäreffloreszenzen gelten direkte Erkrankungsfolgen wie Flecken (Maculae, Makel), Knötchen (Papulae, Papel) und Knoten (Noduli), Plaques, Urtika (Quaddeln), Bläschen (Vesiculae), Pusteln (Eiterbläschen) und Blasen (Bullae). Aus ihnen können (etwa durch Kratzen) weniger typische sekundäre „Hautblüten” entstehen, zu denen u. a. Schuppen (Squamae), Nekrosen (Schorf), Krusten und Geschwüre (Ulcera) gezählt werden. Die auch nach Größe, Umriss, Abgrenzung und Farbe verschiedenen Effloreszenzen, als Gesamterscheinung oft Hautausschlag (Exanthem) genannt, können einen Anhaltspunkt zur Einteilung der verschiedenen Hauterkrankungen geben. Bei der Diagnose sind außerdem auslösende Ursachen (Erreger, Allergien), auch die Haut betreffende allgemeine Krankheitskategorien (Entzündung, Geschwulstbildung) oder Störungen von Funktionen wie Verhornung von Bedeutung.
Hautentzündung oder Dermatitis geht mit Rötung, Juckreiz oder Nässen einher. Sie rührt oft von physikalischer oder chemischer Einwirkung her, durch Kontakt mit Industrieprodukten oder mit pflanzlichen Giften, wie z. B. dem Gift des Giftsumachs oder durch Sonnenbrand, der durch eine Überdosis ultravioletter Strahlung hervorgerufen wird. Vor allem Sonnenbrände erhöhen das Risiko von Hautkrebs. Sonnenbrand gehört zu den Lichtdermatosen, das sind Hautkrankheiten, die durch die Ultraviolettstrahlung des Sonnenlichtes ausgelöst werden. Eine andere Lichtdermatose ist die Lichtallergie oder Sonnenallergie, eine oftmals mit Juckreiz verbundene allergische Hautreaktion, die mit Pusteln, Bläschen oder flechtenartigem Ausschlag einhergeht. Eine Sonnenallergie kann Folge der Einnahme von Antibiotika oder Johanniskrautextrakt sein. Sie wird mit Hydrocortison behandelt, Betroffene dürfen sich entweder gar nicht der Sonne aussetzen oder müssen Sonnenschutzmittel mit sehr hohem Lichtschutzfaktor verwenden. Zu Hautveränderungen durch Kälteeinwirkung siehe Erfrierungen. Die Wiesengrasdermatitis wird durch Pflanzenextrakte und anschließende Sonnenbestrahlung verursacht, vorwiegend bei Menschen, die viel mit Pflanzen in Berührung kommen. Eine Kontaktdermatitis kann durch einen primären chemischen Reiz entstehen oder eine verzögerte allergische Reaktion sein. Sie kann auch durch Bekleidungsteile (Jeansknopf, Büstenhalterverschluss) oder Modeschmuck verursacht werden und zählt zu den Ekzemen. Die seborrhoische Dermatitis, eine entzündliche, schuppende Erkrankung der Kopfhaut, des Gesichts und gelegentlich anderer Körperpartien, ist eine der häufigsten Hautkrankheiten überhaupt. Sie verläuft wechselhaft, abhängig auch von Klima und psychischen Faktoren. Trotz der Bezeichnung sind Zusammensetzung und Absonderung des Talges bei dieser Erkrankung normal (im Gegensatz zur Seborrhö). Verschiedene Arzneimittel können Entzündungsreaktionen der Haut auslösen. Eine lebensbedrohliche Hauterkrankung, bei der durch Absterben, Ablösung und Blasenbildung großer Teile der Oberhaut (Epidermis) ausgedehnte offene Flächen entstehen, ist die toxische epidermale Nekrolyse. Sie wird gewöhnlich durch Arzneimittelreaktionen (z. B. auf Sulfonamide oder Antiepileptika) ausgelöst. Eine schwere Allgemeinreaktion mit Schüttelfrost, Muskelschmerzen und Fieber begleitet die Hautablösung. Bei Beteiligung der Augenbindehäute besteht Erblindungsgefahr. Die betroffenen Hautpartien ähneln häufig Brandwunden zweiten Grades. Auch innere Organe wie Milz, Lunge, Nieren und Herz sind betroffen.
Verschiedene Hautinfektionen werden durch Bakterien, Pilze (siehe Pilzinfektionen), Parasiten (siehe Krätze, Läuse) und Viren ausgelöst. Eine Infektion durch Streptokokken kann eine Impetigo (Eiterflechte) oder ein Erysipel (Wundrose) zur Folge haben. Eine oberflächliche Infektion und Irritierung der Haarfollikel ist die Follikulitis (Haarbalg-, Haartaschenentzündung), in der Regel verursacht durch Staphylococcus aureus, oft in der Bartgegend. Die akute Hauterscheinung besteht aus einer oberflächlichen Pustel oder einem entzündeten Knötchen, welches das Haar umgibt. In einer tieferen Hautschicht erzeugen dieselben Erreger Furunkel (lateinisch furunculus: kleiner Dieb; gemeint ist: … der Körpersäfte): weiche, entzündete Knötchen um die Haarbälge herum. Letztere sterben ab und werden als Eiterpropf abgestoßen. Die Erkrankung befällt häufig junge, gesunde Menschen: Wenn Teenager in überfüllten Quartieren mit unzureichenden hygienischen Bedingungen leben, können kleinere Epidemien auftreten. Treten räumlich oder zeitlich benachbart mehrere Furunkel auf, spricht man von einer Furunkulose, mehrere zusammenfließende bezeichnet man als Karbunkel. Siehe auch Frambösie; Orientbeule Eine parasitäre Hautinfektion ist die so genannte Creeping Eruption, hauptsächlich übertragen durch Ancylostoma brasiliense, dem Hakenwurm eines Hundes oder einer Katze. Die Parasiten legen ihre Eier in Hunde- oder Katzenkot ab. Die Larve überlebt in warmem, feuchtem Erdreich oder Sand und dringt in ungeschützte Haut ein, wenn diese den Erdboden berührt. Am häufigsten werden die Füße, die Beine, das Gesäß oder der Rücken befallen. Das zufällige Einbohren des Parasiten in die Haut führt zu gewundenen, fadenförmigen und entzündeten Gängen. Der heftige Juckreiz löst häufig eine lokal begrenzte Neurodermitis oder eine bakteriell bedingte Infektion mit bizarrem Muster aus. Viren verursachen u. a. Warzen, Feigwarzen und die verschiedenen Formen des Herpes.
Bekannteste Krankheit ist die mit Akne bezeichnete Hautveränderung. Die Europäische Vereinigung für Ästhetische Laserchirurgie informierte 1997 in Stuttgart über den Einsatz der Lasertechnik zur Behandlung von Altersflecken, Akne oder Falten. Die Lasertechnik sei effektiver und weniger schmerzhaft als konventionelle Methoden, doch dürfe man Risiken wie Narbenbildung und Infektionen nicht aus dem Auge verlieren. Der Laser ermögliche im Gegensatz zu konventionellen Verfahren eine kontrollierte Oberflächenabtragung. Als Keratinzysten (Grützbeutel, Talgzysten, Atherome) werden langsam wachsende, gutartige Hauttumoren bezeichnet, die mit einer hornigen und talgigen Masse gefüllt sind und häufig auf der Kopfhaut, an den Ohren, im Gesicht oder auf dem Rücken zu finden sind. Beim Betasten erweisen sie sich als derb, kugelig, verschiebbar und unempfindlich; sie verursachen selten Beschwerden, es sei denn bei einer Infektion. Öffnet man die Zyste, so entleert sich der für sie typische käseartige, häufig übel riechende Inhalt, der aus Zelltrümmern und talgartigem Material besteht. Eine bakterielle Sekundärinfektion mit Abszessbildung ist möglich.
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