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  • Hekataios – Wikipedia

    Hekataios bezeichnet folgende Personen: Hekataios von Milet, ein griechischer Historiograph (ca. 560 v. Chr. bis ca. 480 v. Chr.) Hekataios von Abdera, ein griechischer Philosoph ...

  • Hekataios von Milet – Wikipedia

    Der antike griechische Geschichtsschreiber Hekataios von Milet (griechisch Ἑκαταῖος), Sohn des Hegesandros, lebte in Milet von ca. 560 v.

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Hekataios von Milet

Enzyklopädieartikel

Hekataios von Milet (um 560/550 bis ca. 480 v. Chr.), griechischer Geograph und Historiograph, der mit seiner Erdbeschreibung Periegesis und seinem historisch-chronologischen Werk Genealogiai nachhaltigen Einfluss auf Geographie und Historiographie übte. Hekataios ist der erste griechische Prosaiker, von dem in größerem Umfang Fragmente überliefert sind.

Hekataios entstammte dem ionischen Adel. Ob er noch ein direkter Schüler des Anaximander war, ist umstritten; aber die Lehren des Anaximander dienten ihm als Grundlage für seine eigenen Forschungen. Er unternahm ausgedehnte Reisen – auch oder vor allem zu Forschungszwecken. Während des Ionischen Aufstandes (500-494 v. Chr.) suchte er seine geographischen, historischen und politischen Kenntnisse den Ioniern nutzbar zu machen – allerdings mit wenig Erfolg: Seine Ratschläge und Warnungen wurden kaum beachtet. Nach dem Zusammenbruch des Aufstandes soll sich Hekataios beim persischen Satrapen für eine nachsichtige Behandlung der Ionier verwendet haben.

Hekataios’ geographische Vorstellungen und Forschungen schlugen sich in der Periegesis („Erdbeschreibung” in zwei Büchern, eines über Asien, eines über Europa) nieder sowie einer Weltkarte, die auf der Weltkarte des Anaximander fußte. Seine Erdbeschreibung folgte dem inzwischen üblichen Muster: Beginnend bei der Straße von Gibraltar folgte er über Europa, Asien, Ägypten und Libyen dem Küstenverlauf des Mittelmeeres bis zurück zu den Säulen des Herakles und beschrieb dabei die geographischen Gegebenheiten und die Landesnatur sowohl der Küste wie auch des Binnenlandes bis zum Ende der (bekannten) Welt und befasste sich, nach dem Vorbild Homers, ausführlich mit den Bewohnern der beschriebenen Länder, mit ihren Besonderheiten, ihrer Geschichte etc. Die Welt dachte sich Hekataios als vom Ozean umflossene Scheibe, durch Mittelmeer und Schwarzes Meer in zwei Hälften geteilt. Anders als zahlreiche Geographen vor und nach ihm gab er sich in seiner Erdbeschreibung und seiner Erdkarte nicht damit zufrieden, Entfernungen anhand von nur in den seltensten Fällen geradlinig und auf dem kürzesten Weg verlaufenden Küstenlinien, Flussläufen, Straßen etc. zu bestimmen; vielmehr suchte er unabhängig von Gestalt und Gegebenheiten der Landschaft exaktere Entfernungsbestimmungen vorzunehmen, indem er mit Hilfe der Himmelsrichtungen die Lage einzelner Orte/Punkte zueinander ermittelte. Seine Erdkarte versah er dementsprechend mit verschiedenen geometrischen Figuren wie etwa Rechtecken, die allerdings noch weitgehend an den geographischen Verhältnissen orientiert waren; damit hatte er ein Vorläufersystem des Längen- und Breitengradsystems geschaffen.

Hekataios’ vier Bücher Genealogiai sind auf historischem Gebiet –wie die Periegesis auf geographischem – der Versuch, zu systematisieren, einzuordnen und zu erklären: Auf der Basis des überlieferten Mythenstoffes entwarf er ein genealogisches und chronologisches System, in das sich die mythischen und historischen Figuren und Geschehnisse einordnen ließen. Den Mythenstoff selbst übernahm er dabei weitgehend, relativierte aber in kritischer Betrachtung Übertriebenes und Unglaubliches.

Nachfolgende Historiographen und Geographen benutzten Hekataios’ Werke, die als der Beginn einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der geographischen und historischen Materie gelten, ausgiebig als Quelle, so u. a, Herodot, der in Weiterentwicklung der wissenschaftlich-kritischen Betrachtungsweise zum eigentlichen „Vater der Geschichtsschreibung” wurde.

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