Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Kürenberg

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Kürenberg

Enzyklopädieartikel

Kürenberg, auch Der Kürenberg, der Kürenberger (Mitte 12. Jahrhundert), mittelhochdeutscher Dichter. Er ist der älteste namentlich überlieferte Lyriker der deutschen Literatur.

Kürenberg stammte aus einem bairisch-oberösterreichischen Rittergeschlecht oder aus dem Breisgau. Seine 15 erhaltenen volksliedhaften und meist einstrophigen Erzählgedichte (Minnelieder) nehmen eine Sonderstellung im epochenüblichen Minnesang ein. Geschult am Heldenlied der frühhöfischen Kunst ist eine gewisse Nähe zu den archaischen Liedern Dietmars festzustellen. Berühmt und einzigartig ist das Falkenlied, das von der Sehnsucht der Frau nach dem entfernten Geliebten spricht: Dieses Motiv bedeutete damals eine Umkehrung der festgelegten Geschlechterordnung und gab der Forschung immer wieder Anlass zur Interpretation. Der kunstvolle Strophenbau des Kürenberger weist eine formale und inhaltliche Korrespondenz von Frauen- und Männerstrophen auf (Wechsel, die Einzelstrophen werden durch einen Steg, einen zusätzlichen Vers, verbunden). Die Liedstrophen des Dichters kannte man bis 1985 ausschließlich aus der Manessischen Liederhandschrift aus dem ersten Drittel des 14. Jahrhunderts; erst durch den Fund der fragmentarischen Budapester Liederhandschrift wurde für die ersten Strophen ein zweites gleichzeitiges Textzeugnis entdeckt. Eine Ausgabe (Die mhd. Minnelyrik I: Die frühe Minnelyrik, herausgegeben von Günther Schweikle) erschien 1977.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft