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    Hermann Kurz (* 30. November 1813 in Reutlingen; † 10. Oktober 1873 in Tübingen) war ein deutscher Schriftsteller der Schwäbischen Dichterschule, Publizist und Übersetzer.

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Hermann Kurz

Enzyklopädieartikel

Hermann Kurz, bis 1848 Hermann Kurtz, (1813-1873), Schriftsteller, Publizist und Übersetzer.

Kurz wurde am 30. November 1813 als Spross einer altschwäbischen Familie in Reutlingen geboren; nach dem Besuch der Maulbronner Klosterschule wurde er Zögling im Tübinger Stift. Philologische Ambitionen überlagerten sein Theologiestudium: Unter anderem übersetzte er Werke von Lord Byron, Walter Scott und Miguel de Cervantes. Kurz arbeitete nur knappe zwei Jahre als Vikar und übersiedelte 1836 nach Stuttgart, wo er Umgang mit dem Schwäbischen Dichterkreis, namentlich mit Eduard Mörike, Justinus Kerner, Nikolaus Lenau sowie Gustav Schwab pflegte und erfolglos als freier Schriftsteller, Journalist und Übersetzer François René Vicomte de Chateaubriands bzw. William Shakespeares lebte. Zu seinen literarischen Texten dieser Zeit gehören die Epigramme Fausts Mantelfahrt (1834), Gedichte (1836), die Novellen Genzianen (1837) sowie der „vaterländische Roman” Schillers Heimathjahre (1843). Auch war er Mitarbeiter bei Johann Friedrich Cottas Morgenblatt für gebildete Stände. Mit politischen Schriften wie Die Fragen der Gegenwart und das freye Wort (1845) und als Redakteur des demokratischen Beobachters in Stuttgart (1848-1855) beteiligte sich Kurz an den revolutionären Bestrebungen des badischen Liberalismus und verbüßte eine Festungshaft auf dem Hohenasperg. 1856 zog er sich aus dem öffentlichen Leben zurück; ein Ehrensold der Schiller-Stiftung (1860) und seit 1863 eine Bibliothekarsstelle an der Universität Tübingen sicherten seinen Lebensunterhalt.

Als realistischer und satirischer Erzähler blieb Kurz ein schwäbischer Heimatdichter zwischen Spätromantik und Realismus, wie seine Dorfgeschichten Erzählungen (3 Bde., 1858-1861) und die Neun Bücher Denk- und Glaubwürdigkeiten (1859) illustrieren. Verdienste erwarb er sich auch als Literarhistoriker: Unter anderem identifizierte er 1837 Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen als Verfasser des Simplicissimus, schuf eine Nachdichtung von Gottfried von Straßburgs Tristan und Isolde (1844) und gab Georg Rudolf Widmanns Faust-Volksbuch von 1599 (1834) sowie – gemeinsam mit Paul Heyse – den Deutschen Novellenschatz (18 Bde., 1870-1874) sowie den Novellenschatz des Auslandes (10 Bde., 1872/73) heraus. Kurz starb am 10. Oktober 1873 in Tübingen.

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