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Thabo Mbeki

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Thabo MbekiThabo Mbeki

Thabo Mbeki (*1942), südafrikanischer Politiker, Vorsitzender des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC, 1997-2007), Staatspräsident von Südafrika (seit 1999).

Thabo Mbeki wurde am 18. Juni 1942 in Idutewya (Transkei) als Sohn des ANC-Politikers Govan Mbeki geboren. Er engagierte sich bereits von frühester Jugend an in verschiedenen Jugendorganisationen des ANC. 1962 verließ er auf Anraten Mandelas Südafrika, studierte in Großbritannien Wirtschaftswissenschaften, erhielt dann in der Sowjetunion eine militärische Ausbildung und leitete anschließend verschiedene ANC-Auslandsorganisationen. 1984 wurde Mbeki als Informationsdirektor in das Hauptquartier des ANC in der sambischen Hauptstadt Lusaka berufen und 1989 zum Leiter der internationalen Abteilung des ANC ernannt. In dieser Funktion zeichnete Mbeki, der als hervorragender Diplomat gilt, für die Außenpolitik des ANC verantwortlich und war zugleich rechte Hand des ANC-Präsidenten Oliver Tambo.

Nach der Aufhebung des ANC-Verbotes in Südafrika 1990 kehrte Mbeki in seine Heimat zurück und nahm zusammen mit Nelson Mandela an den Verhandlungen mit der Regierung De Klerk teil, die zum Ende der Apartheid und 1994 zu allgemeinen, freien Wahlen führten.

Nach dem Sieg des ANC bei den ersten freien Parlamentswahlen im April 1994 – der ANC gewann 62,6 Prozent der Stimmen – wurde Mbeki Stellvertreter Mandelas als ANC-Präsident sowie Vizepräsident der Republik Südafrika, als der er faktisch das Amt des Regierungschefs übernahm. Im Dezember 1997 wurde Thabo Mbeki zum Nachfolger Mandelas, der nicht mehr kandidierte, im Vorsitz des ANC gewählt, und im Dezember 1998 übertrug Mandela ihm die Regierungsgeschäfte und designierte ihn damit de facto zu seinem Nachfolger im Präsidentenamt.

Nach dem neuerlichen Wahlsieg des ANC bei den zweiten allgemeinen freien Wahlen im Juni 1999 (66,4 Prozent für den ANC) wurde Mbeki vom Parlament zum Staatspräsidenten gewählt; Mandela hatte nicht mehr für eine zweite Amtszeit kandidiert. Außerdem übernahm Mbeki die Führung in der Blockfreienbewegung, und im November 1999 wurde er in das neu geschaffene Amt des Sprechers des Commonwealth of Nations gewählt. Im Juli 2002 schließlich wurde Mbeki erster Vorsitzender der neu gegründeten Afrikanischen Union, der Nachfolgerin der Organisation für Afrikanische Einheit. Und ab April 2003 verfügte sein ANC im südafrikanischen Parlament über die z. B. für Verfassungsänderungen notwendige Zweidrittelmehrheit; ein neues Gesetz, das Abgeordneten den Übertritt in eine andere Partei ohne Verlust ihres Mandates erlaubte, hatte dies möglich gemacht. Bei den Parlamentswahlen im April 2004 erreichte der ANC mit gut 69 Prozent der Stimmen aus eigener Kraft klar die Zweidrittelmehrheit; Mbeki wurde im Amt bestätigt.

Im Dezember 2007 wurde Mbeki vom Parteikongress zugunsten seines Herausforderers und bisherigen Stellvertreters Jacob Zuma mit deutlicher Mehrheit als Vorsitzender abgewählt. Vorausgegangen war ein heftiger Machtkampf zwischen dem marktwirtschaftlich orientierten Mbeki und dem zu sozialistischen Strukturen tendierenden Zuma. Mbeki hatte Südafrika zwar zu einem Wirtschaftsaufschwung verholfen, der allerdings nicht bei der breiten Masse ankam, galt unterdessen außerdem als sehr basisfern, während Zuma, obwohl in Affären verwickelt, sich aufgrund seiner Verbundenheit mit der breiten Bevölkerung großer Popularität erfreute. Mit der Wahl Zumas verlor Mbeki innerhalb des ANC erheblich an Macht, büßte u. a. auch seinen Einfluss auf die Wahl seines Nachfolgers im Amt des Staatspräsidenten ein.

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