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Aldo Rossi

Enzyklopädieartikel

Aldo Rossi (1931-1997), italienischer Architekt. Er gilt als Begründer der rationalen Architektur.

Rossi wurde am 3. Mai 1931 in Mailand geboren. Er studierte dort bis 1959 am Polytechnikum, danach war er Mitarbeiter von I. Gardella und bei der Zeitschrift Casabella-continuità. Ab 1969 lehrte er als Professor der Architektur in Mailand, Zürich und Venedig, seit 1980 an der Yale University in New Haven (US-Bundesstaat Connecticut).

Beeinflusst von Ernesto Nathan Rogers und den puristischen Vorstellungen von Adolf Loos, wandte sich Rossi gegen einen reinen Funktionalismus und sprach den Architekturformen symbolische Bedeutung zu. Die Zeichnung nahm in Rossis Schaffen einen zentralen Raum ein, viele seiner Entwürfe wurden nicht verwirklicht.

Sein Entwurf für den Rathausplatz in Segrate bei Mailand (1965) wurde in abgewandelter Form realisiert. In der Mailänder Wohnsiedlung Gallaratese 2 (1970-1973) und mehr noch in dem neuen Friedhof San Cataldo in Modena (1980-1983) entwickelte Rossi eine geometrisch-pathetische Architektur aus Stahlbeton, die in ihrer monumentalen Ausstrahlung an archaische Baustrukturen erinnert. Ausgehend von einer Logik städtischer Funktionsstrukturen strebte Rossi eine neue Einheit von Leben und Wohnen an, die von der Zusammenführung öffentlicher und privater Lebensbereiche gekennzeichnet war. Darin spiegelte sich auch der Versuch, die Arbeitsteiligkeit der Industriegesellschaft im architektonisch-sozialen Umfeld zu überwinden.

In Deutschland war Rossi u. a. in Berlin tätig. Dort baute er Geschäftshäuser in der Kochstraße (1986-1988) und die Stadtvilla im Tiergarten (1983/84). Sein Architekturkonzept, in dem Form und Funktion streng aufeinander verweisen, legte Rossi in der programmatischen Schrift L’architettura dell città (1966; Die Architektur der Stadt. Skizze zu einer grundlegenden Theorie des Urbanen) nieder. 1990 erhielt Rossi den Pritzker-Preis für Architektur. Aldo Rossi starb am 4. September 1997 in Mailand.

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