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    Der Staatsroman ist die literarische Inkorporation der Aufklärung, gilt jedoch nicht als Revolutionsliteratur, sondern als Vervollkommnung des Zusammenlebens auf der Ebene des ...

  • Utopia (Roman) – Wikipedia

    ... geschickt alle Argumentationsrichtungen dialogisch in der Schwebe und ermöglicht dem kritischen Leser, sich ein eigenes Urteil zu bilden. [3] [Bearbeiten] Utopischer Staatsroman

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Staatsroman

Enzyklopädieartikel

Staatsroman, literaturwissenschaftlicher Begriff für eine Romanutopie, die eine ideale (manchmal auch negative) Gesellschafts- und Staatsform als Gegenbild zu bestehenden politischen Verhältnissen entwirft.

Eine Vorform des Staatsromans bildet der Fürstenspiegel, eine vor allem im Mittelalter verbreitete idealtypische Darstellung der Aufgaben und Pflichten von Herrschern. Vorbildhaft für den Staatsroman im engeren Sinn wurden vor allem die utopischen Entwürfe von Thomas Morus, Tommaso Campanella und Francis Bacon. In den Staatsromanen des Barock – namentlich bei Herzog Anton Ulrich, Andreas Heinrich Buchholtz, Daniel Casper von Lohenstein und Heinrich Anselm von Zigler und Kliphausen – verbindet sich der utopische Gehalt mit Idealisierungen gegenwärtiger politischer Zustände sowie mit galant-heroischen Darstellungen von Abenteuern. Zu einer bevorzugten Gattung entwickelte sich der Staatsroman vor allem in der Aufklärung, u. a. durch Autoren wie Johann Gottfried Schnabel, Johann Michael Freiherr von Loën, Jean-François Marmontel, Albrecht von Haller, Christoph Martin Wieland und Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, wobei vor allem Gedanken der Emanzipation und der sozialen Gerechtigkeit im Vordergrund stehen. Neben idyllischen Darstellungen entstanden in dieser Zeit auch satirische Formen von Staatsromanen, etwa bei Charles de Secondat Montesquieu, Jonathan Swift und Ludvig Holberg.

Im 20. Jahrhundert bildete sich als Sonderform des Staatsromans die Anti-Utopie heraus, die ein pessimistisches Zukunftsbild totalitärer Staatsgewalt zum Ausdruck bringt. Werke dieser Richtung schufen u. a. H. G. Wells, George Orwell und Aldous Huxley.

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