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Syrische Kriege

Enzyklopädieartikel

Syrische Kriege, die langwierigen, immer wieder aufflammenden kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den syrischen Seleukiden und den ägyptischen Ptolemäern um vor allem Koilesyrien und Phönikien (die fruchtbaren Küstenlandschaften der Levante mit ihren wichtigen Häfen) in den Jahren 274 bis 168 v. Chr.

Nach der Niederlage Antigonos’ I. in den Diadochenkriegen 301 v. Chr. annektierte Ptolemäus I. den Süden der levantinischen Küste; sein Sohn und Nachfolger Ptolemäus II. besetzte im so genannten Syrischen Erbfolgekrieg (280-279 v. Chr.) gegen den Seleukiden Antiochos I. zudem Gebiete in Kleinasien. Der Konflikt um jene Gebiete eskalierte in der Folgezeit in insgesamt sechs Syrischen Kriegen zwischen Ptolemäern und Seuleukiden.

Im 1. Syrischen Krieg (274-271 v. Chr.) verlor Antiochos I. weiteres Gebiet in Kleinasien an Ptolemäus II.; im 2. Syrischen Krieg (260-253 v. Chr.) gegen Ptolemäus II. gewann Antiochos II. zusammen mit Antigonos II. einen Großteil der ptolemäischen Erwerbungen in Syrien und Kleinasien zurück.

Im 3. Syrischen Krieg (246-241 v. Chr.) suchte Ptolemäus III. den Anspruch seiner Schwester Berenike, die nach dem 2. Syrischen Krieg mit Antiochos II. verheiratet worden war, und deren Sohn auf den syrischen Thron gegen Seleukos II., den Sohn des Antiochos II. aus dessen Ehe mit Laodike, zur Geltung zu bringen. Ptolemäus drang wohl bis zum Euphrat vor, musste dann jedoch aus innenpolitischen Gründen seinen Eroberungszug abbrechen, gewann aber im Friedensschluss von 241 v. Chr. bedeutende Gebiete an der kleinasiatischen und der thrakischen Küste. Der syrische Thronstreit allerdings entschied sich zugunsten von Seleukos II.; Berenike und ihr Sohn wurden getötet.

Im 4. Syrischen Krieg (221/219-217 v. Chr.) stieß Antiochos III. bis nach Ägypten vor, wurde dann jedoch von Ptolemäus IV. geschlagen und musste den eben gewonnenen Südwesten Syriens wieder an Ägypten abtreten. Wenig später, im 5. Syrischen Krieg (202/201-195 v. Chr.), verlor Ägypten unter Ptolemäus V. seinen syrischen, außerdem seinen kleinasiatischen Besitz wieder an Antiochos III.

Im 6. und letzten Syrischen Krieg (170-168 v. Chr.) schließlich eroberte Antiochos IV. große Teile Ägyptens, ließ sich angeblich sogar als Vormund seines Neffen Ptolemäus VI. zum König von Ägypten krönen, wurde jedoch 168 v. Chr. mit römischer Hilfe wieder aus Ägypten verdrängt. Syrien aber blieb in seleukidischem Besitz, woran auch in der Folgezeit das wiederholte Eingreifen der Ptolemäer in die seleukidischen Thronstreitigkeiten auf Dauer nichts ändern konnte.

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