![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Friedrich TorbergEnzyklopädieartikel
Friedrich Torberg, eigentlich Friedrich Kantor, (1908-1979), österreichischer Schriftsteller. Torberg wurde am 16. September 1908 als Sohn eines jüdischen Fabrikdirektors mit böhmischen und ungarischen Vorfahren in Wien geboren; seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Wien. Neben einem Philosophiestudium in Prag begann er seine journalistische Tätigkeit (u. a. für das Prager Tagblatt, die Neue Rundschau und Die Weltbühne) und etablierte sich bereits als 22-Jähriger mit seinem erfolgreichen Debütroman Der Schüler Gerber hat absolviert (1930) in den Prager und Wiener literarischen Kreisen um Franz Werfel, Hermann Broch, Max Brod und Karl Kraus. In rascher Folge erschienen drei weitere Romane (… und glauben, es wäre die Liebe, 1932; Die Mannschaft, 1935; Abschied, 1937). 1938 emigrierte Torberg in die Schweiz, ein Jahr später trat er in die tschechische Exilarmee ein und leistete bis 1940 freiwilligen Kriegsdienst in Frankreich. Über Spanien und Portugal gelangte er 1941 in die USA und lebte zunächst als Drehbuchautor in Hollywood sowie von 1944 bis 1951 als Publizist in New York. Die im Exil entstandenen Erzählwerke sind geprägt von der Erfahrung der Emigration (Novelle Mein ist die Rache, 1943; Romane Hier bin ich, mein Vater, 1948; Die zweite Begegnung, 1950). Von 1951 bis zu seinem Tod lebte Torberg wieder in Wien und in Alt-Aussee; als Feuilletonist, Theaterkritiker (Das fünfte Rad am Thespiskarren, 2 Bde., 1966/67) und anekdotischer Schriftsteller (P.P.P. Pamphlete, Parodien, Postscripta, 1964; Die Tante Jolesch oder Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten, 1975; Die Erben der Tante Jolesch, 1978) wurde er zu einer Institution des österreichischen Literaturlebens. Als Herausgeber der kulturpolitischen Monatsschrift Forum (1954-1965) war der streitbare Antikommunist ein Verfechter der europäischen Idee. Verdeckt autobiographisch ist der Künstlerroman über das Leben des deutsch-jüdischen Minnesängers Süßkind von Trimberg (1972); weniger bekannt ist Torbergs formkonservatives lyrisches Schaffen (Der ewige Refrain, 1929; Lebenslied, 1958). Torberg wurde 1979 mit dem Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur gewürdigt. Er starb am 10. November 1979 in Wien.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |