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Tom Tykwer (*1965), deutscher Regisseur, Produzent und Drehbuchautor. Ein größeres Publikum erreichte er mit dem viel beachteten Spielfilm Lola rennt (1998). Tykwer wurde am 23. Mai 1965 in Wuppertal geboren, wo er bereits im Alter von 14 Jahren als Filmvorführer in einem Kino arbeitete. 1991 stellte er seinen ersten Kurzfilm mit dem Titel Because während der Hofer Filmtage vor. 1993 folgte das Kinofilmdebüt mit Die tödliche Maria, einem eindrucksvoll gespielten Drama um eine eigenbrötlerische, von ihrem Ehemann unterdrückte Frau. Ein Jahr später gründete Tykwer gemeinsam mit Stefan Arndt, Dani Levy und Wolfgang Becker die Berliner Produktionsfirma X-Filme Creative Pool, die u. a. Levys Stille Nacht (1995) und Beckers Das Leben ist eine Baustelle (1996) finanzierte, an dessen Drehbuch Tykwer als Koautor mitwirkte. Tykwers verschachteltes Liebesdrama Winterschläfer (1997) wurde mehrfach ausgezeichnet: Es erhielt den Deutschen Filmpreis (Filmband in Silber für den besten Film; Filmband in Gold für die beste Kameraarbeit), den Preis für die beste Regie auf dem Internationalen Filmfest Gijón und die Auszeichnung für den besten Film auf dem Internationalen Filmfest in Thessaloniki. Es folgte Tykwers temporeicher Erfolgsfilm Lola rennt (1998) mit Franka Potente und Moritz Bleibtreu in den Hauptrollen. In dem visuell beeindruckenden Werk, das u. a. durch seinen mitreißenden Rhythmus überzeugt und das seine Geschichte in drei verschiedenen Versionen präsentiert, versucht die Protagonistin ihrem in einer Notlage befindlichen Freund innerhalb von 20 Minuten 100 000 DM zu besorgen. Für den Film, der von der Kritik als eine der wichtigsten deutschen Produktionen der neunziger Jahre gefeiert wurde, erhielt Tykwer den Ernst-Lubitsch-Preis und den Bayerischen Filmpreis. Es folgten Der Krieger und die Kaiserin (2000), ein Psychodrama mit märchenhaften Zügen, und Heaven (2002; Heaven, mit Cate Blanchett), ein Liebesdrama mit Thrillerelementen nach einem Drehbuch des verstorbenen polnischen Regisseurs Krzysztof Kieślowski. Die Eichinger-Produktion Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders (2006), eine Adaption des gleichnamigen Weltbestsellers von Patrick Süskind, erzählt die Geschichte eines genialen, außenseiterischen Parfümeurs aus dem 18. Jahrhundert, der zum Serienmörder wird, weil er den Duft von schönen Jungfrauen konservieren will. Akribisch inszeniert und am Kalkül der visuellen Überwältigung orientiert, geriet die filmische Umsetzung trotz ihrer sinnlichen Opulenz eigentümlich steril, während die Ambivalenz und die inhaltlich interessanten Aspekte der literarischen Vorlage verfehlt werden. Tom Tykwer war von 1998 bis 2002 mit seiner zweimaligen Hauptdarstellerin Franka Potente liiert.
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