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Versandhandel

Enzyklopädieartikel

Versandhandel, Betriebsform des Einzelhandels, die durch die räumliche Trennung zwischen Kunde und Verkäufer bzw. seiner Waren charakterisiert wird.

Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen Großversandhäusern oder Sortimentsversendern, die ein sehr breites Sortiment anbieten, und Spezialversendern, die sich auf ein enges Marktsegment konzentrieren.

Die Waren werden in der Regel in Katalogen, im Fernsehen, durch Anzeigen oder Prospekte und seit Ende der neunziger Jahre vermehrt auch über das Internet angeboten. Filme, Fotos und ausführliche Texte ermöglichen es dem Kunden, zu Hause in Ruhe auszuwählen. Die Waren werden durch eine Spedition, per Post oder Paketdienst ausgeliefert. Aufgrund der im Vergleich zum übrigen Einzelhandel geringeren Personalkosten können die Großversandhäuser ihren Kunden häufig niedrigere Preise und günstigere Zahlungsbedingungen anbieten.

In Deutschland bildete sich diese Betriebsform Ende des 19. Jahrhunderts heraus, erste Großversandhäuser wurden in der Zwischenkriegszeit gegründet. Die Kundschaft rekrutierte sich zunächst überwiegend aus den Bewohnern ländlicher Regionen, die vor Ort nur über beschränkte Einkaufsmöglichkeiten verfügten. Nach der deutschen Wiedervereinigung erlebte der Versandhandel durch den Konsum-Nachholbedarf der Bürger in den neuen Bundesländern eine kurze Blütezeit: Der Umsatz erhöhte sich um mehr als 40 Prozent. Ende des 20. Jahrhunderts lag der Marktanteil des Versandhandels am Umsatz des Einzelhandels bei rund fünf Prozent.

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