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Internationale Vierschanzentournee

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Sven HannawaldSven Hannawald

Internationale Vierschanzentournee, internationaler Wettbewerb im Skispringen, der seit 1953 jährlich um die Jahreswende auf den Schanzen von Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen ausgetragen wird.

In der Internationalen Vierschanzentournee sind vier aufeinander folgende Skisprung-Weltcupveranstaltungen zusammengefasst, je zwei in Deutschland und Österreich. Der Auftaktwettbewerb findet am 29. oder 30. Dezember auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf statt, es folgen das Neujahrsspringen am 1. Januar auf der Großen Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen, das Springen am 3. oder 4. Januar auf der Bergiselschanze in Innsbruck sowie das Abschlussspringen, das „Dreikönigsspringen” auf der Paul-Ausserleitner-Schanze in Bischofshofen am 6. oder 7. Januar. Ausgetragen wird die Tournee von den Skiclubs der vier Veranstaltungsorte. Jeder Wettbewerb besteht aus zwei Durchgängen: Im ersten Durchgang springen je zwei der 50 qualifizierten Athleten in einem direkten Duell gegeneinander (der 1. der Qualifikation gegen den 50., der 2. gegen den 49. usw.; „K.-o.-System”); die 25 Sieger sowie die fünf punktbesten Verlierer sind für den zweiten Durchgang startberechtigt. Aus der Punktsumme der beiden Durchgänge (errechnet jeweils aus Sprungweite und Haltungsnoten) ergibt sich der Sieger des jeweiligen Wettbewerbs. Alle vier Wettkämpfe werden einzeln auch für den Weltcup gewertet. Der Gesamtsieger der Vierschanzentournee wird durch Addition der erzielten Punkte bei den vier Einzelspringen (nicht etwa durch Verrechnung der Platzierungen) ermittelt. Die Internationale Vierschanzentournee genießt neben den Olympischen Winterspielen und den Weltmeisterschaften das höchste Prestige innerhalb des Skisprungsports.

Die Internationale Vierschanzentournee wurde 1952 als „Deutsch-Österreichische Springertournee” ins Leben gerufen, u. a. mit dem Ziel, eine Zusammenarbeit zwischen den wichtigsten Skiclubs der Alpenländer aufzubauen. Die Terminierung der Tournee auf den Jahreswechsel richtete sich an dem bereits seit 1921 stattfindenden traditionsreichen Neujahrsspringen in Partenkirchen aus. Die erste Tournee fand im Januar 1953 statt, erster Gesamtsieger wurde der Österreicher Sepp Bradl. Bereits seit 1960 werden sämtliche Springen der Vierschanzentournee vom deutschen Fernsehen vollständig übertragen (zunächst von der ARD, ab 2000 von RTL, seit 2007 gemeinsam von ARD und ZDF). Der umstrittene K.-o.-Modus im jeweils ersten Durchgang der vier Wettbewerbe wurde 1997/98 im Interesse der Kommerzialisierung eingeführt, um die ersten Durchgänge für die (Fernseh-)Zuschauer interessanter zu machen.

Erfolgreichster Teilnehmer der Internationalen Vierschanzentournee ist der Finne Janne Ahonen mit fünf Gesamtsiegen (1999, 2003, 2005, 2006, 2008), gefolgt von Jens Weißflog (DDR/BRD) mit vier Siegen (1984, 1985, 1991, 1996). Dreimal die Tournee gewinnen konnten Helmut Recknagel (DDR; 1958, 1959, 1961) und Bjørn Wirkola (Norwegen; 1967-1969); je zwei Gesamtsiege errangen Jochen Danneberg (DDR; 1976, 1977), Hubert Neuper (Österreich; 1980, 1981), Ernst Vettori (Österreich; 1986, 1987), Matti Nykänen (Finnland; 1983, 1988) und Andreas Goldberger (Österreich; 1993, 1995). Als bisher einzigem Athleten gelang es dem Deutschen Sven Hannawald bei der Vierschanzentournee 2001/02, alle vier Einzelwettkämpfe für sich zu entscheiden.

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