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Windows Live® Suchergebnisse Friedrich WeinbrennerEnzyklopädieartikel
Friedrich Weinbrenner (1766-1826), deutscher Architekt des Spätklassizismus und bedeutender Stadtplaner. Johann Jakob Friedrich Weinbrenner wurde am 29. November 1766 in Karlsruhe geboren. Nach einer Lehre als Zimmermann im elterlichen Betrieb eignete er sich auf Reisen nach Berlin und Wien die Formensprache der Architektur seiner Zeit an. Während eines ausgedehnten Aufenthalts in Italien (1792-1797) studierte er intensiv die Baudenkmäler des klassischen Altertums, darunter die griechischen Tempel in Paestum. Beides verband Weinbrenner zu einem römisch-dorischen Stil, der sich dem in Europa vorherrschenden revolutionären Bürgerklassizismus anschloss. 1797 wurde Weinbrenner in seiner Heimatstadt Karlsruhe Assistent des Baudirektors W. J. Müller. Ausgeführte Projekte aus dieser Zeit (Synagoge und Palais Wohnlich) fielen Bränden bzw. Kriegszerstörung zum Opfer. In den folgenden Jahren entwarf er in Straßburg ein für Paris vorgesehenes Denkmal von Napoleon und war als Berater für Prinz August von England in Hannover tätig. Ab 1800 wirkte Weinbrenner als badischer Baudirektor. Zu seinen Hauptleistungen gehört die stadtplanerische Neugestaltung von Karlsruhe. Dem dominierenden Schloss stellte er als zweites Zentrum die Bürgerstadt mit Marktplatz, Rathaus (1805-1825) und evangelischer Stadtkirche (1807-1815) gegenüber. Rathaus und Stadtkirche wurden nach Kriegszerstörungen wieder aufgebaut. Auch das Kurhaus (1822-1824) wurde nach seinen Plänen erstellt. Der einzige unzerstört erhaltene Monumentalbau Weinbrenners, die Staatliche Münze (1826), ist zugleich sein letztes Werk. Weinbrenner starb am 1. März 1826 in Karlsruhe. Der aufklärerische Antrieb Weinbrenners wurde von der Reformarchitektur um 1900 wieder aufgenommen.
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