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Wortschatz

Enzyklopädieartikel

Wortschatz, Gesamtheit der Wörter einer Sprache bzw. einer Sprachgemeinschaft.

Der Sprachwissenschaftler spricht dabei nicht von der Gesamtheit der Wörter, sondern von der Gesamtheit der Lexeme einer Sprache. So kann das Lexem trink- in vielen verschiedenen grammatischen Formen realisiert werden (trinkt, trank, getrunken, Trink, Getränk), ohne dass diese als eigene Wörter bzw. Lexeme gezählt werden müssen. Oft ist jedoch strittig, welche Einheiten als Lexeme gelten sollen. Manche Wortschatzforscher zählen Ableitungen und Komposita als eigene Einträge, andere nicht. Aus diesem Grund schwanken die Aussagen über den Umfang des Wortschatzes einer Sprache. Ausführungen über die Größe des deutschen Wortschatzes schwanken zwischen 300 000 und 500 000 Lexemen. Der allgemein geläufige Wortschatz umfasst etwa 75 000 Lexeme, von denen der einzelne Sprecher aktiv aber nur circa 8 000 bis 10 000 verwendet.

Die Systematisierungsmöglichkeiten des Wortschatzes sind vielfältig. Folgende Gliederungen sind möglich:

  • nach historischem Aspekt, also nach den einzelnen Epochen (z. B. althochdeutsch, mittelhochdeutsch etc.),
  • nach der Herkunft (Erbwortschatz vs. Entlehnungen),
  • nach Sprachvarietäten (standardsprachlich vs. fachsprachlich vs. regionalsprachlich etc.),
  • nach Gebrauchshäufigkeit (Frequenzwörterbuch),
  • nach Sachgruppen (Wortfelder),
  • nach der Bildungsart (Simplex vs. Ableitung vs. Kompositum),
  • nach den Bedeutungsbeziehungen (Synonyme, Antonyme etc.).

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