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Chemische Nomenklatur

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Nomenklatur von Komplexverbindungen (Auswahl)Nomenklatur von Komplexverbindungen (Auswahl)
Artikelgliederung
1

Einleitung

Chemische Nomenklatur, das Regelwerk zur Benennung von Verbindungen in der Chemie.

2

Historisches

Anfangs wurden die chemischen Verbindungen nach äußeren Merkmalen oder nach ihrem Vorkommen in der Natur benannt. Nachdem immer mehr Substanzen synthetisch hergestellt wurden, versuchte man die Namensgebung zu systematisieren, so dass aus dem Namen die Zusammensetzung deutlich wurde. Erste Ansätze dazu unternahm Antoine Laurent de Lavoisier gegen Ende des 18. Jahrhunderts; weitere entscheidende Beiträge lieferten im 19. Jahrhundert Jöns Jakob Berzelius, Friedrich August Kekulé und August Wilhelm von Hofmann.

Eine weitere Systematisierung wurde 1892 mit der so genannten Genfer Nomenklatur erreicht. Heute befassen sich verschiedene Gremien der IUPAC (International Union for Pure and Applied Chemistry, Internationale Vereinigung für Reine und Angewandte Chemie) mit den Nomenklaturfragen. Dabei wird, soweit möglich, eine internationale Vereinheitlichung angestrebt.

3

Anorganische Verbindungen

Hauptprinzip ist, dass das Element mit der geringeren Elektronegativität, meist ein Metall, zuerst genannt wird. Sind verschiedene Oxidationsstufen oder Wertigkeiten (siehe Valenz) möglich, dann wird deren Wert als römische Zahl in Klammern angegeben, z. B. Kupfer(II)-oxid. In der Praxis werden oft auch so genannte Trivialnamen verwendet, die – wie eingangs angedeutet – meist historischen Ursprung haben, z. B. Kochsalz für Natriumchlorid (NaCl). Im Zuge der internationalen Vereinheitlichung wurden im Deutschen in den letzten Jahren auch einige Elemente umbenannt, insbesondere Jod in Iod (Symbol I) und Wismut in Bismut (Symbol Bi).

Nähere Einzelheiten finden sich im Abschnitt Nomenklatur im Artikel Anorganische Chemie.

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Organische Verbindungen

Einige Prinzipien werden im Abschnitt Klassifikation und Nomenklatur im Artikel Organische Chemie abgehandelt. Auch in der organischen Chemie gab es im Deutschen wegen der internationalen Vereinheitlichung inzwischen einige Umbenennungen; insbesondere wurde der Buchstabe Ä (z. B. in Äthan oder Äther) in E geändert, so dass es nun beispielsweise Ethan bzw. Ether heißt.

Eine systematische Zusammenstellung auch nur der wichtigsten Nomenklaturregeln kann hier nicht gegeben werden.

Wichtige Stoffklassen werden durch bestimmte Endsilben gekennzeichnet, z. B. -an für gesättigte Kohlenwasserstoffe (Alkane), -en für ungesättigte Kohlenwasserstoffe mit C9C-Doppelbindungen (Alkene), -in für ungesättigte Kohlenwasserstoffe mit C:C-Dreifachbindungen (Alkine),-ol für Alkohole, -al für Aldehyde und -on für Ketone.

Bei Molekülen mit substituierten Atomen wird der Stammname von der längsten Kette abgeleitet und dann die Nummer(n) der Kohlenstoffatome mit Substituenten angeführt, und zwar so, dass sich die kleinstmögliche Zahlensumme ergibt. Beispielsweise hat die Verbindung

CH38C(CH3)28CH28CH(C2H5) 8CH28CH3

den Namen 2-Dimethyl-4-ethylhexan.

In bestimmten Bereichen, vor allem bei wichtigen Grundchemikalien und bei Naturstoffen, sind nach wie vor Trivialnamen gebräuchlich, vor allem wenn die systematischen Namen zu lang und zu unübersichtlich sind. Ein wichtiges Beispiel dafür sind diejenigen Aminosäuren, aus denen die Proteine aufgebaut sind. Hier werden die Abkürzungen der Trivialnamen verwendet, um die Aminosäuresequenz im Protein anzugeben; beispielsweise steht ALA für die Aminosäure Alanin. Diese hat die Formel CH38CH(NH2)8COOH und müsste nach der systematischen Nomenklatur a-Aminopropansäure heißen, denn in der Kohlenstoffkette mit drei C-Atomen (entspricht dem Kohlenwasserstoff Propan) liegt eine COOH-Gruppe vor (also ist es eine Säure), und am ersten C-Atom (daher a) hinter dieser Gruppe hängt eine Aminogruppe 8NH2.

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