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Windows Live® Suchergebnisse FaunenreichEnzyklopädieartikel
Faunenreich, große tiergeographische Region, die von charakteristischen zoologischen Taxa besiedelt ist. Die Gemeinsamkeiten der Faunenreiche sind durch ihre geographische und klimatische Lage und die Erdgeschichte bedingt. Die Fauna eines Reiches ist umso spezifischer, je länger sie sich von anderen Faunenreichen getrennt entwickelt hat; dies zeigt die Säugetierfauna Australiens besonders deutlich. Die Landfauna wird in fünf Faunenreiche eingeteilt, für die jeweils bestimmte Arten oder Artengruppen endemisch sind; bei der Definition eines Faunenreiches wird aber auch berücksichtigt, ob höhere Taxa fehlen, die in anderen Faunenreichen verbreitet sind. Die Grenzen zwischen den Faunenreichen sind an geographischen Barrieren wie Kontinentalrändern oder hohen Gebirgen relativ deutlich, häufig bestehen jedoch Überschneidungszonen. Die Holarktis (griechisch holos: ganz; arktos: Norden) besteht aus den beiden Subregionen Paläarktis (griechisch palaios: alt) und Nearktis (griechisch neos: neu). Die Paläarktis umfasst nahezu ausschließlich außertropische Regionen der Alten Welt: Europa, Asien nördlich des Himalaya und Afrika bis zum Südrand der Sahara. Zur Nearktis gehören Grönland, Kanada, die Vereinigten Staaten von Amerika und der nordmexikanische Bundesstaat Sonora. Beiden Subregionen gemeinsame (für die Holarktis endemische) Tiergruppen sind z. B. Biber, Maulwürfe Wasseramseln, Raufußhühner, Molche, Salamander und Hechte. Die Gemeinsamkeiten basieren darauf, dass Europa und Nordamerika während der Eiszeiten des Pleistozäns durch die Beringbrücke (siehe Beringstraße) verbunden waren. Für die Paläarktis endemische Tiere sind u. a.: Europäische Dachse, Rehe, Buchfinken, Kohlmeisen, Feuersalamander und Erdkröten; Beispiele für endemische Arten der Nearktis sind: Gabelböcke, Stummelschwanzhörnchen, Taschenratten, Wildtruthühner, die Unterfamilie Timaliinae der Timalien und Amerikanische Sumpfschildkröten. Die Besiedlung Nordafrikas durch paläarktische Arten ist eine Folge der Eiszeiten, die viele Arten zum Ausweichen nach Süden zwangen. Die Neotropis (griechisch trope: Sonnenwende, Wendekreis) umfasst den Süden Mexikos, Mittelamerika einschließlich der Westindischen Inseln sowie Südamerika; zu den endemischen Tiergruppen gehören Faultiere, Ameisenbären, Tukane und Nandus. Die Orientalis (lateinisch orientalis: morgenländisch) erstreckt sich im Wesentlichen über das tropische Asien: Sie reicht von Indien über Myanmar, Südchina, Thailand und Indonesien bis zu den Philippinen. Endemisch sind u. a. Riesengleitflieger, Tupaias, Pfauen, Blattvögel und Ganges-Gaviale; Robben fehlen. Die Äthiopis (lateinisch Aethiopia: Schwarzafrika) umfasst Afrika südlich der Sahara. Zur Äthiopis gehören als endemische Gruppen u. a. Schimpansen, Giraffen, Strauße, Schuhschnäbel, Gürtelechsen und Nilhechte (siehe Knochenzüngler); in der Äthiopis gibt es u. a. keine Bären und keine Hirsche. Die Äthiopis weist enge faunistische Beziehungen zur Orientalis auf; in beiden Reichen gibt es u. a. Elefanten, Nashörner und Hyänen. Äthiopis und Orientalis werden deshalb auch zur Paläotropis zusammengefasst. Zur Australis (lateinisch australis: südlich) gehören Australien, Neuseeland, Neuguinea und die Inseln Ozeaniens; nur in der Australis kommen z. B. vor: Kloakentiere, sämtliche Beuteltiere außer den Beutelratten, Emus, Paradiesvögel, Australische Südfrösche und Australische Lungenfische; es gibt nur wenige höhere Säugetiere. Gelegentlich wird zwischen Australis und Orientalis ein Zwischenreich abgegrenzt, die Wallacea (benannt nach dem Evolutionsbiologen Alfred Russel Wallace), die nicht nur Faunenelemente beider Reiche, sondern auch eigene endemische Arten wie den Hirscheber und den Komodowaran aufweist. Selten wird auch die Antarktis als eigenes Reich geführt, der jedoch höhere endemische Wirbeltiertaxa fehlen. Eine tiergeographische Gliederung der Meeresfauna, die allerdings nur die Küstenregionen betrifft, unterscheidet eine boreale (lateinisch borealis: nördlich) Region nördlich der Tropen, eine tropische Region und eine antiboreale Region südlich der Tropen. Analog den Faunenreichen werden biogeographische Florenreiche abgegrenzt.
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