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Ludwig Friedrich Leopold von Gerlach

Enzyklopädieartikel

Ludwig Friedrich Leopold von Gerlach (1790-1861), preußischer General und Politiker.

Leopold von Gerlach wurde am 17. September 1790 in Berlin geboren, besuchte die Militärakademie und studierte Recht in Göttingen, Heidelberg und Berlin. 1806 nahm er am 4. Koalitionskrieg gegen Napoleon teil und 1813-1815, unterdessen Stabsoffizier von Generalfeldmarschall Blücher, an den Befreiungskriegen. In der Folgezeit wurde er in den Großen Generalstab berufen, 1824 zum persönlichen Adjutanten von Prinz Wilhelm ernannt, 1844 zum Generalmajor befördert, und bis 1859 stieg er in den Rang eines Generals der Infanterie auf. Ab 1848 übte er – zusammen mit seinem jüngeren Bruder Ernst Ludwig von Gerlach – an der Spitze einer Kamarilla am Hofe Friedrich Wilhelms IV. starken Einfluss auf die preußische Politik aus. Er vertrat eine restaurative Politik, befürwortete die Verbindung des ständischen Repräsentativsystems mit dem neuen Konstitutionsprinzip und wirkte maßgeblich auf die Entscheidung des Königs ein, die von der Frankfurter Nationalversammlung 1849 angebotene Kaiserkrone abzulehnen. Außenpolitisch setzte er auf einen Ausgleich mit Österreich zur Aufrechterhaltung des Deutschen Bundes und strebte eine Wiederbelebung der Heiligen Allianz zwischen Preußen, Österreich und Russland an. Leopold von Gerlach starb am 10. Januar 1861 in Potsdam.

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