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Windows Live® Suchergebnisse Melville HerskovitsEnzyklopädieartikel
Melville Herskovits (1895-1963), US-amerikanischer Ethnologe und Anthropologe. Melville Herskovits wurde am 10. September 1895 in Bellefontaine (Ohio) geboren. Er begann sein Studium in Chicago und wechselte dann an die Columbia University zu Franz Boas, wo er 1923 promovierte und von 1924 bis 1927 als Dozent tätig war. Anschließend lehrte er an der Northwestern University in Evanston (US-Bundesstaat Illinois) und wurde dort 1935 zum Ordinarius ernannt. Melville Herskovits beschäftigte sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit vor allem mit Kulturkontakten, Akkulturationsprozessen und Kulturwandel und war einer der Wegbereiter im Bereich afroamerikanischer Studien. Als Wirtschaftsethnologe, welcher der formalistischen Richtung der ökonomischen Anthropologie folgte, prägte er u. a. in einem 1926 im American Anthropologist erschienenen Artikel den Begriff des cattle complex, der die Nomadismusforschung stark beeinflusste. Dabei unterteilte er ost- und südafrikanische Gesellschaften nach der Bedeutung des Rindes im sozioökonomischen Bereich und Wertesystem. Mehrere Feldforschungsreisen führten ihn nach Suriname (1928/29, 1934), Haïti (1937), Westafrika und Brasilien (1941/42). Seine Hauptwerke sind: Acculturation. The Study of Culture Contact (1938), Cultural Anthropology (1955) sowie The Human Factor in Changing Africa (1962). Melville Herskovits starb am 25. Februar 1963 in Evanston (Illinois).
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