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Jobless Growth

Enzyklopädieartikel

Jobless Growth (englisch: Wachstum ohne Arbeitsplätze; Wachstum ohne Beschäftigung), Schlagwort für ein Wirtschaftswachstum, das keine Arbeitsplätze schafft. Der Begriff kam in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts auf, als trotz guter Konjunkturlage die Arbeitslosigkeit in Europa stieg.

Als Hauptursache des Jobless Growth gilt die steigende Produktivität: Aufgrund technischer und organisatorischer Verbesserungen, aber auch durch Synergieeffekte nach Unternehmenszusammenschlüssen, wird zur Erzielung des gleichen Ergebnisses weniger Arbeitskraft benötigt. Früher war nur ein geringes Wachstum nötig, um die Zahl der Arbeitsplätze zu erhalten, seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts hat die Produktivität insbesondere infolge der sich rasant entwickelnden Computertechnologie jedoch deutlich zugenommen. Die Konkurrenz auf den Weltmärkten (Siehe auch Globalisierung) erhöhte den Kostendruck und veranlasste die Unternehmen, durch weitere technische Innovationen die Arbeitsproduktivität weiter zu erhöhen, also mit einem höheren Kapitaleinsatz weitere Arbeitskräfte einzusparen.

In Reaktion auf diese Entwicklung wollten insbesondere die Gewerkschaften den Produktivitätszuwachs für eine Verkürzung der Arbeitszeit nutzen. Dadurch sollten mehr Arbeitsplätze geschaffen werden, die Erträge des Produktivitätsfortschritts also den Arbeitnehmern zukommen. Auf der anderen Seite forderten Wirtschaftsvertreter, durch verbesserte Rahmenbedingungen (z. B. Deregulierung, geringere Lohnnebenkosten) den Faktor Arbeit attraktiver zu machen.

Heute wird die Existenz des Phänomens Jobless Growth mehr und mehr bestritten: Wirtschaftswachstum schaffe nach wie vor Arbeitsplätze, nur seien Zuwachsraten von mindestens 2 Prozent notwendig, um die durch den Produktivitätsfortschritt eingesparte Arbeitskraft auszugleichen. Die internationale Arbeitsteilung erhöhe langfristig den Beschäftigungsgrad, weil Wachstum in der modernen Dienstleistungsgesellschaft beschäftigungsintensiver geworden sei. Nur schlage sich eine steigende Gesamtbeschäftigung nicht notwendigerweise in sinkenden Arbeitslosenzahlen nieder. Einer stärkeren Nachfrage nach Arbeitskräften kann nämlich auch ein höheres Angebot gegenüberstehen – etwa infolge von Zuwanderung oder weil mehr Frauen als früher erwerbstätig sind.

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