![]() |
SextourismusEnzyklopädieartikel
Sextourismus, Reisen, insbesondere von Männern, in Staaten der Dritten Welt, aber auch nach Osteuropa, um sexuelle Kontakte zu Prostituierten oder Kindern herzustellen. Vom Sextourismus betroffen sind vorwiegend Staaten im Südosten Asiens (Thailand, Philippinen), zudem afrikanische und südamerikanische Länder. Sextourismus hat seit Mitte der achtziger Jahre deutlich zugenommen. Man geht davon aus, dass diese Art von Tourismus einen erheblichen Anteil an der weltweiten Verbreitung von HIV-Infektionen hat (siehe AIDS). Reiseveranstalter, die früher in ihren Prospekten indirekt auf Hotels im Prostituiertenmilieu hinwiesen („Für Familien nicht geeignet”), verzichten nach Protesten von Menschenrechtsorganisationen heute meist auf derartige Hinweise. Ein erheblicher Teil der Sextouristen sind Pädophile (siehe Päderastie), die in den von Armut geprägten Entwicklungsländern leichter Opfer finden (siehe sexueller Missbrauch von Kindern) und die darauf hoffen, dort anonym bleiben zu können. Nach Schätzungen von 1998 begehen jedes Jahr etwa zehntausend deutsche Touristen in Dritte-Welt-Ländern sexuelle Übergriffe an Kindern. In neuerer Zeit wurden wiederholt Sextouristen wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern zu Haftstrafen verurteilt. Das Kinderhilfswerk terre des hommes veröffentlichte Ende 1998 einen Videospot zum Thema Kinderprostitution, der u. a. in Flugzeugen der Lufthansa gezeigt wurde. Das Kinderhilfswerk UNICEF ging 2001 davon aus, dass sich weltweit zwei Millionen Kinder prostituieren müssen.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |