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Windows Live® Suchergebnisse John BarthEnzyklopädieartikel
John Barth (*1930), amerikanischer Schriftsteller. Er gilt als Mitbegründer der Postmoderne in der zeitgenössischen amerikanischen Literatur. Sein komplexes, Geschichte und Technik, Kunst und Wissenschaft, Märchen und Mythologie ineinander verschränkendes Prosawerk umfasst monumentale Romane und zahlreiche Short Storys. Barth wurde am 27. Mai 1930 in Cambridge (Maryland) geboren. Von 1947 bis 1952 studierte er an der Johns Hopkins University in Baltimore. Seine ersten literarischen Arbeiten erschienen 1950 in Studentenzeitschriften und in der Hopkins Review, nach dem Abschluss des Studiums begann er eine akademische Karriere und war zunächst als Dozent, ab 1956 als Professor an der Pennsylvania State University tätig. Nach einer 1963 unternommenen Europareise wurde Barth 1965 Literaturprofessor an der State University of New York, von 1973 bis 1990 hatte er an der Johns Hopkins University eine Professur für englische Literatur inne und gab Kurse in Creative Writing. Barths Prosawerke sind von den beiden zentralen Bereichen seiner Biographie, der engen Verbundenheit mit seiner Heimat und der akademischen Berufswelt, stark geprägt: So finden sich häufig fragmentarische Erinnerungen aus seiner Kinderzeit, Bezugnahmen auf seine Hobbys Segeln und Jazz oder berufliche Anspielungen auf das Universitätsleben. Sein Generalthema ist jedoch der „Abschied vom Erzählen”. Sein Debüt gab Barth mit dem existentialistisch-tragikomischen Ideenroman The Floating Opera (1956; Die schwimmende Oper, 2001), mittlerweile ein Klassiker der literarischen Postmoderne. Oft wird er in einem Atemzug genannt mit Thomas Pynchon, William Gaddis und Don DeLillo. Seine virtuose experimentelle Prosa bezieht ihren Reiz aus humorvoll-drastischer Gestaltung sexueller Motive und der Imitation oder Parodie kanonisierter Literatur. Es folgte der identitätsphilosophische Roman The End of the Road (1958; Ich bin Jake Horner, glaube ich, 1983; neu übersetzt unter dem Titel Tage ohne Wetter, 2002). Als Hauptwerke gelten die wie „Erzähllabyrinthe” konstruierten Romane The Sot-Weed Factor (1960; Der Tabakhändler, 1970), Giles Goat-Boy, or: The Revised New Syllabus (1966) und Lost in the Funhouse. Fiction for Print, Tape, Live Voice (1968; Ambrose im Juxhaus. Fiktionen für den Druck, das Tonband und die menschliche Stimme, 1973). Auf diese Romane verweist der experimentelle Briefroman LETTERS: A Novel (1979) zurück. 1972 wurde Barths Erzählung Chimera (1972) mit dem National Book Award ausgezeichnet. Unter Rekurs auf Samuel Beckett, Jorge Luis Borges und Vladimir Nabokov begründete der Autor in seinem programmatischen Aufsatz The Literature of Exhaustion (1967) seine Poetik postmoderner Literatur, die ohne Bezüge zu einer externen Realität ihr eigenes literarisches Universum erschafft. Eine Reihe von Romanen, Erzählungen und Essaysammlungen wurden nicht ins Deutsche übersetzt: Sabbatical: A Romance (1982), The Friday Book. Essays and other Nonfiction (1984), The Tidewater Tales (1987), The Last Voyage of Somebody the Sailor (1991) und Coming Soon! (2001).
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