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Seidenreiher

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Seidenreiher: Systematische EinordnungSeidenreiher: Systematische Einordnung

Seidenreiher, in Eurasien, Afrika und Australien verbreiteter weißer Reiher.

Der 55 bis 65 Zentimeter große Seidenreiher ist kleiner als der Silberreiher und größer als der Kuhreiher – zwei weitere gebietsweise in Europa verbreitete weiße Reiher. Vom Kuhreiher unterscheidet sich der Seidenreiher außerdem durch seinen schlankeren Körperbau, vom Silberreiher durch verschiedene Farbmerkmale an Schnabel und Beinen, die allerdings je nach Saison und Lebensalter variieren können. Zudem trägt der Seidenreiher im Prachtkleid einen Schopf auffallender, langer, seidig schimmernder Federn.

Seidenreiher sind vor allem in schilfreichen Sümpfen, an Seen und Flussmündungen sowie in Küstenregionen, aber z. B. auch auf Feldern (insbesondere Reisfeldern) und Weideland anzutreffen. Sie erbeuten Fische, Amphibien, Reptilien und Kleintiere wie Insekten. Seidenreiher errichten in großen Brutkolonien auf Bäumen Reisignester, zum Teil auch gemeinsam mit anderen Reiherarten. Ein Gelege besteht aus drei bis fünf Eiern, die etwa drei Wochen bebrütet werden. Die Jungen verlassen das Nest noch flugunfähig im Alter von etwa einem Monat und halten sich im Geäst des Brutbaumes auf. Europäische Seidenreiher überwintern zumeist im tropischen Afrika.

In der Viktorianischen Zeit war der Seidenreiher neben anderen Reihern intensiver Verfolgung ausgesetzt, weil seine Kopffedern vor allem für Hüte als Schmuck verwendet wurden. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist eine Bestandserholung und Arealausdehnung festzustellen, und seit den neunziger Jahren brütet der in Europa ursprünglich nur im Süden verbreitete Seidenreiher auch in Mitteleuropa, u. a. in Deutschland.

Systematische Einordnung: Der Seidenreiher heißt zoologisch Egretta garzetta. Er gehört zur Familie Ardeidae.

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