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Windows Live® Suchergebnisse John HumeEnzyklopädieartikel
John Hume (*1937), nordirischer Politiker, Friedensnobelpreisträger 1998. John Hume wurde am 18. Januar 1937 in Londonderry als Sohn katholischer Eltern aus einfachen Verhältnissen geboren. Seit den sechziger Jahren engagierte er sich neben seinem Beruf als Lehrer in der katholischen Bürgerrechtsbewegung in Nordirland. 1969 wurde er als Unabhängiger erstmals in das nordirische Regionalparlament gewählt, dem er seither ohne Unterbrechung angehörte. 1970 begründete er die gemäßigt nationalistische Social Democratic and Labour Party (SDLP) mit und war zunächst stellvertretender Vorsitzender der Partei, bevor er 1979 zu ihrem Vorsitzenden gewählt wurde. Ab 1979 war er zudem Mitglied des Europäischen Parlaments, und seit 1983 gehört er dem britischen Unterhaus (House of Commons) an. Seit Ausbruch der gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Protestanten und Katholiken in Nordirland in den späten sechziger Jahren, deren Zentrum zunächst Humes Geburtsstadt Londonderry war und denen bis 1998 über 3 500 Menschen zum Opfer fielen, bemühte sich Hume um Verständigung und Aussöhnung zwischen den Konfliktparteien sowie um eine friedliche Beilegung des Konflikts. Überzeugt, dass ein dauerhafter Friede in Nordirland nur unter Einbeziehung auch der gewaltbereiten Parteien zu erreichen sei, suchte Hume seit den achtziger Jahren auch das Gespräch mit der IRA und Gerry Adams, dem Vorsitzenden der Sinn Féin, des politischen Armes der IRA, was ihm sowohl Kritik aus den eigenen Reihen wie auch scharfe Anfeindungen seitens der protestantischen Unionisten eintrug. Der Erfolg seines Kurses widerlegte schließlich alle seine Kritiker: Seine Verhandlungen mit Gerry Adams trugen wesentlich dazu bei, dass sich die IRA 1994 und 1997 jeweils im Vorfeld von Friedensgesprächen zur Waffenruhe bereit erklärte. Seinen Bemühungen war es auch zu verdanken, dass die Sinn Féin an jenen umfassenden Friedensverhandlungen teilnehmen konnte, die am 10. April 1998 im Abschluss des Stormont-Abkommens gipfelten, an dessen Zustandekommen Hume ebenfalls entscheidenden Anteil hatte wie auch sein politischer Gegner, der Chef der protestantischen Ulster-Unionisten, David Trimble. Im Oktober 1998 erkannte das Nobelkomitee John Hume und David Trimble in Anerkennung ihrer Bemühungen um eine friedliche Lösung des Nordirland-Konflikts den Friedensnobelpreis zu, Hume im Besonderen, weil er „von allen führenden Politikern in Nordirland am längsten und am eindeutigsten und nachhaltigsten für den Frieden gekämpft” habe. Auf das Amt eines stellvertretenden nordirischen Ministerpräsidenten unter dem Regierungschef David Trimble verzichtete Hume aus gesundheitlichen Gründen von vornherein; seinen Sitz im nordirischen Parlament gab er wegen zu hoher Arbeitsbelastung im Dezember 2000 auf, im November 2001 zog er sich auch aus dem Vorsitz seiner Partei zurück, und 2004 schied er aus dem Europäischen Parlament aus. Seinen Sitz im britischen Unterhaus behielt er vorerst bei.
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