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Alfred Walter Heymel

Enzyklopädieartikel

Alfred Walter Heymel, eigentlich Walter Hayes Misch, Pseudonyme Spectator Germanicus und Alfred Demel (1878 -1914), deutscher Schriftsteller und Verleger. Er trat vor allem als Lyriker hervor und gehörte zu den Herausgebern der bibliophilen Zeitschrift Die Insel.

Heymel wurde am 6. März 1878 in Dresden geboren und wurde von dem Großkaufmann und Konsul Adolph Heymel adoptiert; nach dessen Tod lebte er bei seinem Vormund in Bremen, wo er mit seinem Vetter Rudolf Alexander Schröder eine lebenslange Freundschaft schloß. Ihm folgte Heymel 1898 auch nach München zum Jurastudium, wo er als Schriftsteller mit Lyrikbänden wie In der Frühe. Gedichte und Sprüche (1898), Die Fischer (1899) oder Zwölf Lieder (1905), dem Einakter Der Tod des Narzissus (1898) sowie der Prosa Ritter Ungestüm (1900) hervortrat. Zu seiner Übersetzung von Christopher Marlowes Eduard II. (1912) schrieb Hugo von Hofmannsthal die Einleitung. Aufgrund einer bedeutenden Erbschaft verkehrte er als Mäzen in den Künstlerkreisen um Schröder und Otto Julius Bierbaum, mit denen er als verantwortlicher Redakteur seit 1899 die ästhetisch-belletristische Zeitschrift Die Insel herausgab. Aus ihr ging der gleichnamige bibliophile Insel Verlag hervor (Leipzig 1900). 1904 ging Heymel zurück nach Bremen, entfaltete hier als Sammler und Kunstförderer eine bedeutende Tätigkeit und unternahm zahlreiche Weltreisen, so 1908/09 bzw. 1910 in die USA sowie 1912 bzw. 1913 nach Afrika); über seine Eindrücke berichtete er in den Süddeutschen Monatsheften.

Obwohl 1913 an Tuberkulose erkrankt, war Heymel als Leutnant der Reserve 1914 Teilnehmer am 1. Weltkrieg. Der Autor starb am 26. November 1914 in Berlin; in seinem Todesjahr erschienen seine Gesammelten Gedichte 1895-1910. Letzte schriftstellerische Arbeiten gab Rudolf Alexander Schröder posthum in der Insel-Bücherei heraus (Gedichte / Der Tag von Charleroi / Feldpostbriefe, 1925).

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