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Windows Live® Suchergebnisse Alfred LichtensteinEnzyklopädieartikel
Alfred Lichtenstein (1889-1914), Schriftsteller. Er war ein Vertreter des Expressionismus innerhalb der deutschen Literatur. Lichtenstein wurde am 23. August 1889 als Sohn eines wohlhabenden jüdisch-assimilierten Textilfabrikanten in Berlin geboren, wo er zwischen 1909 und 1913 Jura studierte; Anfang 1914 promovierte er in Erlangen. Seit 1910 veröffentlichte Lichtenstein in Zeitschriften der literarischen Avantgarde – u. a. in Herwarth Waldens Sturm, Franz Pfemferts Aktion, dem Simplicissimus und Pan – satirische, moral- und gesellschaftskritische Kurzprosa (Skizze, 1910; Geschichten, 1912) und expressionistische Lyrik. Die tragikomische Figur des kleinen buckligen Dichters Kuno Kohn (Gedichte des Kuno Kohn) ist eine karikierende Literarisierung seiner eigenen Position zu den Expressionisten im Neuen Club um Kurt Hiller und Jakob van Hoddis, mit denen Lichtenstein verfeindet war. Dennoch gilt sein Gedicht Die Dämmerung (1911), das er als „lyrisches Flugblatt” publizierte, als bahnbrechendes Dokument des Frühexpressionismus. 1913 brachte Franz Pfemfert eine Nummer der Aktion als Lichtenstein-Heft heraus. Lichtenstein, der sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatte, fiel als Infanterist am 25. September 1914 an der Westfront bei Vermandovillers (Somme); eine erste Ausgabe seiner Werke erfolgte erst posthum unter dem Titel Gedichte und Geschichten (2 Bde., 1919). Zwar sind Einflüsse von Lichtensteins grotesken Rollenspielen und Gedichten im Dadaismus bzw. im Kabarett der zwanziger Jahre festzustellen, eine Wiederentdeckung des in Vergessenheit geratenen Werkes erfolgte aber erst in den sechziger Jahren mit Gesammelte Gedichte (1962), Gesammelte Prosa (1966), Die Dämmerung. Ausgewählte Gedichte (DDR-Ausgabe 1977) sowie Dichtungen (1989).
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