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Millennium: Weltgeschichte im Überblick

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4.3. 3

Die industrielle Revolution (ab ca. 1760)

Die industrielle Revolution begann um 1760 in England, genauer Mittel- und Nordengland sowie Südschottland, und veränderte rasant erst Europa, danach Nordamerika und die Welt insgesamt. Nach der langen Vorbereitungsphase der „Ursprünglichen Akkumulation” vollendete Englands Sieg über Frankreich im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1713/14) die Seeherrschaft Englands und damit seine Führungsposition als expandierende Kolonialmacht. Gewinne aus dem Übersee- und Kolonialhandel einschließlich Sklavenhandel regten auch die vorindustrielle Produktion im Mutterland an. Nicht zufällig brach ca. 1760, mitten im nächsten erdumspannenden Großkrieg, dem Siebenjährigen Krieg (1756-63), mit der Rüstungs- und Kriegskonjunktur in England die industrielle Revolution durch. Die ersten Leitsektoren der „Großen Industrie” (Marx) waren zunächst die Textilindustrie (Wolle in Yorkshire, Baumwolle in Lancashire), Kohle und Eisen für den Maschinenbau, seit den Anfängen der Eisenbahn in England (1825) der Eisenbahnbau, bald auch der Schiffsbau – Dampfschiffe mit Stahlrümpfen.

Von England aus breitete sich die industrielle Revolution auf dem Kontinent weiter aus, zunächst ungefähr den großen Kohlefeldern (Wallonien; Lothringen; Ruhr, Saar, Oberschlesien; Westpolen, Don/Donezbecken, Ural) folgend und an älteren Regionen vorindustrieller Gewerbeproduktion (Rheinland, Sachsen, Württemberg; Böhmen; Oberitalien) und Großstädten anknüpfend. In Übersee übersprang die Industrialisierung die Ozeane und schuf in den jungen USA, seit der Meiji-Reform 1867 auch in Japan, neue Zentren industrieller Großmächte. Um 1900 kamen chemische, optische und Elektroindustrie als neue Leitsektoren hinzu, in denen das 1871 staatlich geeinte Deutschland sofort die Spitzenstellung einnahm. So wurde England letzte Etappe der „Ursprünglichen Akkumulation” (Marx), der Vorlaufphase zur industriellen Revolution, und Ausgangszentrum der industriellen Revolution selbst.

Die machtpolitischen Konsequenzen waren tief einschneidend: England, Mutterland der Revolution, des Rechts- und Verfassungsstaates, erste industrielle „Werkstatt der Welt”, stieg – für eineinhalb Jahrhunderte – endgültig zur stärksten See-, Handels-, Finanz- und Kolonialmacht auf, zugleich zur ersten richtigen Weltmacht der Weltgeschichte. Später drängten weitere Aspiranten auf den Status als Weltmächte nach, jeweils auf der Basis (ganz unterschiedlich verlaufender) Industrialisierung und machthistorisch mit ganz unterschiedlichem Erfolg – Russland, Deutschland, USA, Japan, jüngstens auch China.

4.3. 4

Das Werden der Europäischen Pentarchie (ab 1683)

Aus Abwehr des ersten französischen Anlaufs zur Hegemonie unter Ludwig XIV. formierte sich das Europäische System der Pentarchie, die Vorherrschaft der fünf europäischen Großmächte. Zur ersten und lange einzigen Großmacht, Frankreich seit dem Sieg über das hochmittelalterliche England bei Bouvines 1214, traten in rascher Folge drei neue Großmächte – Österreich seit der Befreiung Wiens von den Türken (1683) und Zurückdrängung des mit Frankreich seit 1526 verbündeten Osmanischen Reiches; England mit dem Frieden von Utrecht am Ende des Spanischen Erbfolgekrieges (1713); Russland mit dem Frieden von Nystad am Ende des 2. Nordischen Krieges (1721). Zuletzt folgte als kleinste und schwächste Großmacht Preußen, am Ende des Hubertusburger Friedens (1763) und mit der 1. Teilung Polens (1772).

Hauptziel der Pentarchie war die Wahrung des Gleichgewichts zwischen den Großmächten, um die Hegemonie einer einzelnen Großmacht über Europa zu verhindern. Im Niedergang des Osmanischen Reiches drohte Russland mit seinem Drang nach Konstantinopel zur überragenden Hegemonialmacht aufzusteigen und Europa vom Osten her zu dominieren. Jedoch warf zunächst die Französische Revolution 1789 jedes Gleichgewicht über den Haufen: Die Revolutionskriege und Napoleonischen Kriege (1792-1815) ermöglichten im Ersten Empire unter Kaiser Napoleon I. die kurzlebige imperiale Herrschaft der „Grande Nation” über fast den gesamten Kontinent, außer Schweden, Russland und dem Osmanischen Reich. Die Pentarchie restaurierte sich wieder auf dem Wiener Kongress 1815, aber mit der endgültigen Niederlage Napoleons I. verlor Frankreich auch seine privilegierte Stellung als stärkste Großmacht Europas. Metternich wollte einer kommenden Revolution vorbeugen, indem er den großen Krieg unter allen Großmächten tunlichst vermied, weil der Verlierer zur Revolution greifen würde, um die Einbußen am Machtstatus möglichst rasch durch revolutionäre Modernisierung wieder wettzumachen, wie Frankreich nach den Niederlagen seit dem Verlust des Spanischen Erbfolgekrieges.

4.3. 5

Politische und soziale Konsequenzen: Verfassung und soziale Frage

Seit der Französischen Revolution und ihren Auswirkungen auf Europa und Übersee (Lateinamerika, arabische Welt) verquickten sich soziale Revolution im Gefolge der industriellen Revolution mit Nationalismen und Großmachtpolitik im Rahmen der Pentarchie und des globalen Imperialismus stärker denn je zuvor: Reaktionäre wollten das vorrevolutionäre Ancien Régime wiederherstellen, Konservative den neuen Status quo bewahren, Liberale ihn möglichst evolutionär zur konstitutionellen Monarchie weitertreiben, nach französischem (Charte constitutionelle von 1814) oder englischem Vorbild (Act of Settlement, 1701) zur parlamentarischen Monarchie, im Extrem auch revolutionär nach spanischem Vorbild (Verfassung von Cadiz, 1812). Alle drei Positionen im sich entfaltenden politischen Spektrum sahen sich durch das mit der Industrialisierung neu entstehende Industrieproletariat herausgefordert, deren Wortführer oft aus den Oberschichten (Adel, Bürgertum) oder unteren Mittelschichten (Handwerkern) stammten. Mit dem Sozialismus ab 1830 schufen sie sich eine revolutionäre Ideologie, um das gesamte System umzustürzen.

In Wirklichkeit war schon die Restauration von 1814/15, nach dem englischen Präzedenzfall der Restoration von 1660, ein Kompromiss zwischen Revolution und Ancien Régime. Für Reaktionäre rechts und revolutionäre Demokraten links war der Kompromiss schon Sünde schlechthin, ging für Konservative zu weit, für Liberale nicht weit genug. Kompromisslose revolutionäre Demokraten wollten die Restauration durch die radikale Revolution ersetzen. Aus den Spannungen zwischen den verschiedenen Parteien oder Strömungen erklärt sich auch das Fortschreiten der modernen Revolution nach 1815.

Namentlich der Differenz zwischen Reaktion und Restauration entsprangen die nächsten Revolutionen: Wo sich die Restauration als Reaktion und integrale Rückkehr zur absoluten Monarchie von vor 1789 durchsetzte, brachen prompt schon 1820 nationale Nachfolgerevolutionen durch, unterdrückt im Auftrag der Heiligen Allianz von Österreich (Neapel, 1821) und Frankreich (Spanien, 1823). Der nationale Unabhängigkeitskrieg Griechenlands gegen das Osmanische Reich (1821-1829) verknüpfte endgültig die Revolution mit dem modernen Nationalismus, beide Produkte des modernen Europa, aber auch mit der Orientalischen Frage (1774-1923), der Frage nach der Zukunft der nichttürkischen Minderheiten im Osmanischen Reich.

4.3. 6

Nationale Fragen Europas: Nationalismen als neoimperiale Restaurationen

In der Entfaltung moderner Staatlichkeit, zuletzt als Nationalstaat vom Boden des Weströmischen Reiches aus (England, Frankreich, Spanien, Portugal), hatten sich in Europa bis 1789 Zonen unterschiedlicher Staatlichkeit herausgebildet. Im Prinzip unangefochtene Nationalmonarchien Westeuropas, ergänzt um Skandinavien, die Schweiz und die Niederlande, bildeten den relativ stabilen Kern europäischer Nationalstaaten, seit 1660 (England) und 1789 (Frankreich) als Rechts- und Verfassungsstaaten. Östlich bzw. südlich (von Skandinavien) lag das Europa der Nationalen Fragen. Sie brachen nach 1789 früher oder später auf, als Anspruch meist staatenloser Völker auf einen eigenen souveränen Nationalstaat gegen dynastische Reiche.

Der Bereich der Nationalen Fragen lässt sich nochmals in mehrere Unterzonen gliedern, von West nach Ost: Italien und Deutschland waren poströmische Machtvakuen seit 476 bzw. 1198. Dahinter lagen Völker, die seit dem Mittelalter ihren souveränen Staat verloren hatten – Kroaten an Ungarn 1102, Bulgaren 1371/96, Serben nach den zwei Schlachten auf dem Amselfeld/Kosovo 1389/1448, Ungarn nach der traumatischen Niederlage von 1526 gegen die osmanischen Türken bei Mohács durch Aufteilung zwischen Osmanen und Habsburgern; Litauen 1569 an Polen durch Annexion (Lubliner Union); Böhmen nach der Niederlage am Weißen Berg 1620 mit der Annexion durch Habsburg 1623; Polen durch die drei Teilungen unter seine großen Nachbarn Russland, Preußen und Österreich 1772-1795. Sie wurden so zur Gruppe der Völker ohne eigenen Staat gestoßen, die deshalb angeblich auch keine Geschichte hätten.

Eine Sonderstellung hatten Wlachen/Proto-Rumänen: In den Donaufürstentümern Moldau (mit Bessarabien) und Walachei behaupteten sie ihre Autonomie unter wechselnder Oberherrschaft (Suzeränität), vor allem der Osmanen (1415/1513 bzw. 1504). Erst später wurden sie staatlich vereint als Rumänien (1861/66), anfangs noch unter Suzeränität des Sultans (bis 1878). Dagegen lebten Proto-Rumänen im südöstlichen Ungarn (Transsylvanien/Siebenbürgen) als unständische Unterschicht rechtloser Bauern und Hirten, unter sozial wie politisch dominierenden Ungarn (plus Szeklern) und Deutschen (Siebenbürger Sachsen). In vergleichbarer Lage waren im äußersten Westen die Iren seit Kassierung ihrer Autonomie durch die erzwungene Realunion mit England 1800/01 im Gefolge der Französischen Revolution, ferner Korsen und Basken.

Noch weiter östlich hatten Völker nie einen eigenen Staat, vor allem Letten, Esten, Finnen, Slowaken, Slowenen. Das Aufbegehren aller Völker ohne eigenen Staat wandte sich überwiegend gegen östliche dynastische Großreiche, jüngstens auch gegen zentralisierte westliche Nationalstaaten (Frankreich, Spanien, England). Dazu kamen Regionen, die, eingebunden in übernationale dynastische Großreiche, keine eigene nationale Identität entwickelten – Weißrussland, Ukraine, Bosnien-Herzegowina, Albanien.

Jede Bildung eines neuen Nationalstaates provozierte neue Konflikte. Obendrein beriefen sich die meisten Nationalismen im Kampf um den eigenen autonomen oder souveränen Staat auf ein früheres Machtgebilde imperialen Zuschnitts. Herrschaftsanspruch und „historische” Begründung für die angestrebten Grenzen laufen auf Restauration eines älteren Reiches hinaus, wie auch immer definiert oder benannt, jetzt aber auf einer neoimperialen Basis ethno-nationalen Zuschnitts. Das früheste Beispiel bot die 1789 revolutionär modernisierte „Grande nation” (so Napoleon I.) der Franzosen: Die „neuen Franken” fühlten sich als die modernen und aufgeklärten Erneuerer des Karolingerreiches, nachdem die Deutschen 1806 nach fast 1 000 Jahren als Reichsnation abgedankt hatten. Umgekehrt stießen Französische Revolution und Napoleons Erstes Empire mit dem Untergang des Alten Reiches 1806 die Deutschen in einen Nationalismus, der seinerseits auf die imperiale Herrlichkeit des mittelalterlichen „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation” zurückgriff.

Entsprechend fanden auch Italiener, Ungarn, Polen, Serben, Bulgaren, Kroaten, Tschechen usw. die Quellen ihrer historischen Ansprüche auf eigene Staatlichkeit wie ihre Grenzen in ihren jeweiligen älteren Reichen. Noch in der Agonie des Osmanischen Reiches verbanden nach dem Schock der Niederlagen von 1877/78 sich modernisierende Türken die Erhaltung ihres Reiches mit dem Nationalismus à la française. Sie provozierten aber nur Repression und Massaker gegen Armenier ab 1895/96, die zuerst auf dem Berliner Kongress 1878 Autonomie innerhalb des Osmanischen Reiches forderten, später die Unabhängigkeit. Die Armenier-Tragödie setzt sich seit Jahrzehnten gegenüber den Kurden fort, obwohl sie, ebenso wie die Türken, sunnitische Muslime sind, und zerstört gleichzeitig von innen den türkischen Nationalstaat durch einen internen Krieg à la Kosovo, Tschetschenien oder Osttimor.

Derselbe dialektische Mechanismus von Reichsnationalismus, repressiver Assimilation von Minderheiten und Widerstand in Ungarn, wenn auch im Vergleich zum Osmanischen Reich und den Armenier-Massakern sehr viel milder und auf niedrigerem Niveau der Gewaltanwendung, mündete in die Konstellation von Sarajevo des Jahres 1914 ein, der der Erste Weltkrieg entsprang. Alle postimperialen Nachfolgestaaten – poströmische, posthabsburgische, postzarische, postkoloniale, postkommunistische, postjugoslawische – deklinieren nach ihrer Geburt aus einem großen (heißen bzw. kalten) Krieg dieselbe Problematik durch, allerdings mit verwirrend unterschiedlichen nationalen und/oder religiösen Nuancen, z. B. der moderne Staat Israel als religiös sanktionierte Restauration des altjüdischen Reiches von David und Salomon vor 3 000 Jahren, der automatisch der Konflikt mit den meist muslimischen Arabern entsprang. Postimperiale Nachfolger sind eben anfangs immer instabil, nach innen wie außen, schon weil sie erst ihre Identität finden, sich definieren, d. h. auch ihre staatlichen Grenzen finden müssen, in der Regel im Konflikt mit benachbarten postimperialen Nachfolgestaaten.

4.3. 7

Rassismus und Antisemitismus

Die giftigsten Früchte des „Projekts Moderne” sind der moderne Rassismus und Antisemitismus. Beide wurzeln in ebenso traditionellen wie universalen proto-rassistischen Verhaltensweisen – Fremdenhass, Adelsstolz und Glauben an „Blutreinheit”, Hochmut (angeblich oder wirklich) zivilisatorisch Höherstehender auf unter ihnen Stehende, Suche nach Sündenböcken oder Weiterreichen von schweren Schlägen an Schwächere in der eigenen Gesellschaft in schweren Krisenzeiten oder gar nach Niederlagen; Unterteilung der Gesellschaft in Kasten, „höhere” und „niedere”, oft mit „Unberührbaren”; Verachtung von Sklaven; der Glaube an eine besondere Heilsmission oder göttliche Auserwähltheit des einen oder anderen Volkes, woraus automatisch eine Deklassierung des Restes der Welt resultiert. Dafür gibt es so viele Beispiele in der Weltgeschichte, dass der pauschale Hinweis hier reichen muss, dass sich aber auch ebenso pauschales Moralisieren gegen das eine oder andere Volk erübrigen sollte.

Aus den Bedingungen der faktischen kollektiven Weltherrschaft von Europäern und „Weißen” seit der Expansion Europas in Übersee entstanden Rassismus und Antisemitismus, jeweils Reflexe eines Überwertigkeitskomplexes von „Weißen” nach außen gegen andere „niedere” „Rassen” in Übersee, nach innen gegen europäische Juden in Europa selbst. Rassismus formierte sich als System mit theoretischen Ableitungen und Begründungen zuerst seit dem späten 18. Jahrhundert zur Rechtfertigung der Sklaverei in der Neuen Welt, zunächst im englischen Jamaika (Edward Long: History of Jamaica. 3 Bde., 1774), bald auch in den jungen USA, als Reaktion gegen die beginnende Sklavenemanzipation im Norden, ein Jahrhundert später allgemein unter Weißen zur ideologischen Rechtfertigung ihres Imperialismus und Kolonialismus.

Antisemitismus ist eine moderne, rassistisch argumentierende Weiterentwicklung des älteren christlichen Antijudaismus, der überwiegend religiös argumentierte. Er regte sich zuerst in schweren wirtschaftlichen und/oder nationalen Krisen seit dem Einsetzen der industriellen Revolution, auch als Reaktion gegen die Judenemanzipation seit der Französischen Revolution 1790/91. Wegen seiner rassistischen Pointe lässt sich Antisemitismus auch als antijüdische Variante des allgemeinen Rassismus einordnen. Alle neuen Nationalismen, die nach 1789 östlich von Frankreich aufbrachen, nahmen – den griechischen und italienischen ausgenommen – in ihre Definition, d. h. Abgrenzung nach innen, den Antisemitismus auf, ähnlich wie die spätmittelalterlichen Nationalmonarchien durch Ausweisung der Juden einen institutionalisierten Antijudaismus vorexerziert hatten.

Im größten Volk mit einer Nationalen Frage, dem deutschen, blieb der Antisemitismus zunächst auf bemerkenswert niedrigem Niveau, gab sogar den Juden, vollendet mit der (fast vollständigen) Judenemanzipation im Norddeutschen Bund (1869), den größten Freiraum zur Betätigung ihrer im Ghetto zuvor weitgehend unterdrückten Kreativität. Sie bereicherten, wirtschaftlich wie kulturell, die deutsche Gesellschaft mehr als bis dahin irgendeine vergleichbare Nationalgesellschaft in der Welt.

Antisemitismus in Deutschland (und Österreich) artikulierte sich erstmals in der Weltwirtschaftskrise von 1873 im „Gründerkrach”. Er erhielt in der aufwühlenden Großkrise des 1. Weltkrieges eine erste Massenbasis und eskalierte in den Folgekrisen (Novemberrevolution 1918, Weimarer Republik, Hyperinflation 1922/23, Weltwirtschaftskrise 1929) 1933 zum staatlich institutionalisierten Antisemitismus in Hitlers Drittem Reich, von da, im Windschatten des 2. Weltkrieges, zum Völkermord an den Juden, symbolisiert in Auschwitz. Zwar weit unter dem Niveau des NS-massenmörderischen Rassenantisemitismus an Gewalttätigkeit, institutionalisierte sich Rassismus am härtesten in der staatlich sanktionierten Rassendiskriminierung in den USA und im Apartheidsystem in Südafrika.

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