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    Portal Geschichte | Portal Biografien | Aktuelle Ereignisse | Jahreskalender ... Das 11. Jahrhundert begann am 1. Januar 1001 und endete am 31. Dezember 1100.

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Millennium: 11. Jahrhundert

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Artikelgliederung
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Japan

In Japan stand zu Beginn des 11. Jahrhunderts der Beamte Michinaga an der Spitze des kaiserlichen Hofes. Auch als 1017 sein Sohn Jorimitsji seine Nachfolge antrat, behielt Michinaga bis zu seinem Tod im Jahr 1027 weiterhin großen Einfluss auf die japanische Politik. Jorimitsji blieb bis 1067 Regent und konnte die Machtposition der Fujiwara vorerst noch weitgehend behaupten. In der Folgezeit nahm die Macht der Fujiwara allmählich ab, da zunehmend rivalisierende Familien versuchten, die Macht an sich zu reißen.

Außerdem gelang es dem Kaiser gegen Mitte des Jahrhunderts, seine Position wieder zu stärken. Die Truppen der buddhistischen Klöster – ursprünglich zum Schutz der Klöster installiert – stellten in dieser Zeit eine weitere Bedrohung für die Fujiwara dar. In regelmäßigen Abständen lösten sie in der Hauptstadt Kyoto Unruhen aus. 1068 bestieg Kaiser Go-Sanjo, dessen Mutter entgegen der Tradition keine Fujiwara war, den Thron und versuchte, die kaiserliche Macht wieder zu konsolidieren. 1069 gründete er das Kirokujo, ein Registraturbüro, und ordnete an, alle Landgüter, die nach 1045 gegründet wurden, und solche, die zwar vorher entstanden waren, aber für die keine gültigen Genehmigungen vorgelegt werden konnten, zu beschlagnahmen. Obwohl Jorimitsji bereits abgedankt hatte, konnte er diese Reformen doch noch verhindern, indem er einfach die Grundbesitzer dazu aufrief, sich diesen Befehlen zu verweigern. 1072 übernahm Sjirakawa, der Sohn von Go-Sanjo, die Herrschaft und suchte die Reformen seines Vaters zu Ende zu führen. 1086 trat er zwar zurück, regierte aber aus dem Hintergrund weiter.

Im Lauf des 11. Jahrhunderts nahm die Schlagkraft der buddhistischen Truppen erstaunlich schnell zu. Bereits im vorangegangenen Jahrhundert war die Anzahl buddhistischer Sekten merklich gestiegen, und durch ihren umfangreichen Landbesitz, in einigen Fällen auch durch die große Anzahl an „Unterabteilungen” der Mutterklöster, konnten sie im gesamten Land auf eine breite Machtbasis zurückgreifen. Die Konkurrenz zwischen den verschiedenen Sekten verstärkte sich in der zweiten Hälfte des 10. und zu Beginn des 11. Jahrhunderts. Häufig kam es zu Gefechten zwischen kleineren Splitterarmeen einzelner buddhistischer Klöster, und gegen Ende des 11. Jahrhunderts stellten diese Truppen sogar eine Bedrohung für das Staatsgefüge dar. Andererseits erlebte Japan zu Beginn des 11. Jahrhunderts im literarischen Bereich eine Blütezeit. Die Hofdamen, im Umgang mit dem Chinesischen weniger geschult als die Männer am Hofe, widmeten sich der Entwicklung der japanischen Schrift und begannen, literarische Werke zu verfassen. In dieser Hinsicht überflügelten sie die Männer bei Hofe, die die Schrift nur unzulänglich beherrschten. Bei den Werken der Hofdamen handelte es sich vorwiegend um Tagebücher, teilweise durch Gedichte angereichert. Gegen Ende des Jahrhunderts kamen literarische Strömungen auf, die zunehmend romantische Elemente aufwiesen. Die Vormachtstellung der Fujiwara wurde zum wichtigsten Thema in der Literatur.

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Amerika

Von den drei Anden-Zivilisationen, die nebeneinander existiert hatten – dem Reich der Nazca, der Moche und der Tiahuanaco –, waren die ersten beiden im 11. Jahrhundert vollkommen in der Tiahuanaco-Kultur aufgegangen, die nun das gesamte Andengebiet beherrschte. Die Stadt, die dieser Kultur ihren Namen gab, liegt 20 Kilometer südlich des Titicacasees auf einer Höhe von knapp 4000 Metern. Zur damaligen Zeit war sie in erster Linie ein religiöses Zentrum, allerdings mit einer so starken Ausstrahlung, dass sie das zentrale Andengebiet ohne Waffengewalt oder andere Kolonisationsmaßnahmen vollkommen beherrschen konnte. Charakteristische Merkmale dieser Kultur sind u. a. die Mensch-Tier-Motive, die immer wiederkehren: der Kondor, der Puma, Schlangenköpfe und stilisierte Menschenfiguren. Daneben fand man farbige Töpferarbeiten, unter denen die Vasen zwei verschiedene bemerkenswerte Formen aufwiesen. Kennzeichnend war auch die Behandlung von Textilien und die Art und Weise, wie der Stein verarbeitet und genutzt wurde. Wiederholungen und Symmetrie spielen eine große Rolle. In der Architektur finden sich monumentale Ausmaße, die Stärke demonstrieren und zugleich von einer raffinierten Einfachheit sind. Das bemerkenswerteste Bauwerk ist das Sonnentor: mythisches Denken in Stein ausgedrückt. Religiöse, politische und rituelle Handlungen bildeten ein mythisches Ganzes.

Das weiter nördlich, im Gebiet von Mexiko gelegene Tula-Reich, das im 10. Jahrhundert eine so bedeutende Rolle spielte, konnte sich nach dem Tod seines Herrschers Ce Acatl Quetzalcoatl zwar weiterhin behaupten, aber der Charakter der Tolteken veränderte sich. Die Spitze des Pyramidentempels von Tula ist mit riesigen, aus Basalt gehauenen Monolithen verziert – Kriegerfiguren, die auf der Brust den stilisierten Falter, das Symbol der Tolteken, tragen. Diese Wächter kündeten davon, dass von nun an die Tolteken nicht mehr nur friedliche Baumeister sein wollten, mit einem Gott, der lediglich kleine Opfergaben wie z. B. Falter, Vögel und Schnecken verlangte, sondern auch Furcht erregende Krieger mit Furcht erregenden Göttern. Eine Gruppe dieser Tolteken erreichte zu Beginn des 11. Jahrhunderts den Golf von Mexiko und die Halbinsel Yucatán. Hier stießen sie auf eine späte Maya-Kultur, die sich auf der Halbinsel, isoliert von der klassischen Hochkultur der Maya, hatte entwickeln und behaupten können, als das Maya-Reich bereits vom Untergang gezeichnet war.

Diese Maya auf Yucatán erreichte nun ein neuer Impuls aus dem Nordwesten, von wo die Tolteken die schöpferische Kraft und die Traditionen des mexikanischen Hochlandes mitbrachten. Sie eroberten Chichén und benannten die Stadt in Chichén Itzá um. Die Vorherrschaft basierte auf einem Dreierbund der Städte Chichén Itzá, Mayapán und Uxmal; eine militärische Kaste übernahm die Macht. Dies bedeutete zwar Wohlstand und Dynamik, aber zugleich eine ähnliche Verhärtung der Sitten, die auch das Reich von Tula heimgesucht hatte und sich u. a. in der Darbringung von Menschenopfern äußerte. Es entstanden mächtige Bauwerke und die Vorstellung des Gottes Quetzalcoatl („Federschlange”), von den Maya Kukulcan genannt. Itzamna blieb auch weiterhin der bedeutendste Gott der Maya, gefolgt vom Regengott Chac, für den Menschenopfer gebracht und Kostbarkeiten in den heiligen Brunnen geworfen werden mussten, denn die Erdkruste war dünn und trocken, und Regen bedeutete den Quell des Lebens. Im Gegensatz zur religiös-politischen Einheit, zu der die Anden-Zivilisation tendierte, verfügten die Priester in dieser späten Maya-Tolteken-Kultur nur noch über geringe politische Machtbefugnisse.

Etwas weiter westlich, ebenfalls in Mexiko, lebten die Mixteken, die in Cholula die größte Pyramide der Welt bauten: 55 Meter hoch, mit einer Grundfläche von circa zehn Hektar. Die Hauptstadt der Mixteken war Mitla. Auch die Mixteken, die im 11. Jahrhundert zunehmend an Einfluss gewannen, verehrten Quetzalcoatl und betrachteten Tula als heilige Stadt. Sie stellten Kodizes aus Tierhäuten her, die sie wie eine Harmonika zusammenfalteten, und mit ihrer Bilderschrift schufen sie wahre Kunstwerke. Die Farben zeigen stets dieselbe Nuance, und jede Farbfläche ist mit dunklen Linien exakt umrandet. Die Mixteken verwendeten in ihrer Bilderschrift feststehende Symbole, mit denen sie auch Personen benennen konnten. So standen z. B. acht Kreise, um einen Hirschkopf angeordnet, und eine Tigerklaue für den König „Acht Hirsche Tigerklaue”. Acht Hirsche war ein großer Krieger. Ihm gelang es u. a. durch geschickte Diplomatie innerhalb kürzester Zeit, die Mixteken in einem Staatswesen zusammenzuschließen, und durch insgesamt vier Heiraten konnte er sein Herrschaftsgebiet ausweiten. 1045 besuchte er Tula und ließ sich dort seine Nase durchbohren, um eine heiliges Nasenjuwel tragen zu können, das von seiner Königswürde zeugen sollte. Bei einem militärischen Gewaltakt gegen eine seiner Frauen erlitt er eine Niederlage und wurde als Besiegter den Göttern geopfert.

Im Osten, entlang des Mississippi und in den südlichen Waldregionen, hatte sich unterdessen eine ruhige Wohn- und Lebenskultur voll entfaltet. Hier entstanden landwirtschaftliche Gemeinschaften, die sich zwar teilweise stark voneinander unterschieden, aber eine einheitliche politische Struktur, eine allgemein geltende Religion sowie die Untergliederung in Ränge und Stände ohne Unterdrückung kannten. Der Totenkult war mit der Darbringung von Menschenopfern verbunden. Ausbrüche eines Vulkans südlich des Grand Canyon zwangen zwischen 1040 und 1076 die Bevölkerung, dieses Gebiet zu verlassen. Ein weiterer Grund, der bereits ansässige Stämme veranlasste, ihre Siedlungen aufzugeben und wieder ihr Nomadenleben aufzunehmen, war eine Dürreperiode, die 40 Jahre lang anhielt. Im Südwesten wurden die Höhlenwohnungen durch überirdische Wohnbauten ersetzt. Die landwirtschaftlichen Gemeinschaften entwickelten sich weiter. Hier entstanden die Kivas, große Räume für Männerversammlungen und für rituelle Zeremonien. Auf dem 600 Meter hohen Tafelplateau Mesa Verde bauten die Puebloindianer ihre Felswohnungen. Die größte der dortigen Wohnanlagen hatte 200 Räume, also Schlaf- und Vorratskammern, und 23 Kivas.

In den Hochebenen im Norden folgten die Navajo den Spuren der zuvor nach Süden abgewanderten Apachen. Beide Völker gehören der Stammes- und Sprachgruppe der Athapasken an und stammten aus dem subarktischen Raum. Im Nordpolargebiet, im Norden Alaskas, begann die Verbreitung der Thule-Kultur. Die Thule galten in der Auffindung und Verarbeitung von Grundstoffen als besonders geschickt und verfügten über beeindruckende technische Fähigkeiten. Iglus, Hundeschlitten, Schneeschaufeln, steinerne Lampen und Harpunen mit Widerhaken waren die notwendigen Gebrauchsgegenstände, die es den Eskimo ermöglichten, in diesem Gebiet zu überleben. Auch gute Kleidung und entsprechendes Schuhwerk gehörten dazu. Beides wurde mit besonderer Sorgfalt angefertigt und reich verziert. In den langen Wintermonaten vertrieben sie sich die Zeit mit Spielen und Gesängen, erzählten sich Geschichten und fertigten Schmuck und Kinderspielzeug an. Diese kunstvollen Arbeiten erreichten ein hohes Niveau.

Copyright: Winkler Prins/Elsevier.

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