Windows Live® Suchergebnisse

  • 12. Jahrhundert – Wikipedia

    Portal Geschichte | Portal Biografien | Aktuelle Ereignisse | Jahreskalender ... Das 12. Jahrhundert begann am 1. Januar 1101 und endete am 31. Dezember 1200.

  • 12. Jahrhundert v. Chr. – Wikipedia

    Portal Geschichte | Portal Biografien | Aktuelle Ereignisse | Jahreskalender ... Das 12. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 1200 v. Chr. und endete am 31.

  • 11.+12.Jahrhundert

    um 1000: Bau der ersten Deiche. In den Urbaren des Klosters Werden an der Ruhr sind u.a. folgende ostfriesische Orte genannt: Borssum, Jerzem (= Jarssum), Hlarfliata ...

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse
Seite 6 von 6

Millennium: 12. Jahrhundert

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Heinrich IV.Heinrich IV.
Artikelgliederung
4.7

Japan

In der ländlichen Gegend Japans vollzogen sich im 11. und 12. Jahrhundert große Veränderungen. Durch die Entwicklung der Landgüter und des Transportwesens auf dem Wasser- und dem Landweg nahm die Mobilität der Menschen beträchtlich zu. An vielerlei Orten entstanden Gewerbe, die technologische Sachkenntnis erforderten, wie beispielsweise die Papierherstellung, die Herstellung von Tongefäßen und die Eisenproduktion. Der zunehmende Handel zwischen Japan und China blieb nicht ohne Einfluss auf die ländlichen Regionen. Diese Ereignisse hatten zur Folge, dass sich die Kluft, die zwischen dem Regierungszentrum und den abgelegeneren Gebieten gegen Ende des 11. Jahrhunderts auftat, um ein beträchtliches Maß verringerte. In den ländlichen Gebieten herrschte das System der privaten Landgüter vor, die von sehr unterschiedlicher Größe waren. Dieses System bot den Menschen Schutz vor den Beamten der Zentralregierung, die zu hohe Steuern eintreiben wollten. Es bot ihnen jedoch keine Sicherheit vor Angriffen.

Als in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts die Macht der Zentralregierung nachließ, wurden kriegerische Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden, kleinen Heeren und Banden immer häufiger. Auch die Piraterie auf dem Japanischen Meer nahm immer größere Ausmaße an. Im 9. Jahrhundert hatten die Machthaber in den Provinzen das Recht zugesprochen bekommen, zur Gewährleistung der Sicherheit kleine Heere zu bilden. Im Lauf der zwei folgenden Jahrhunderte begannen auch Eigentümer von Ländereien, solche Heere aufzubauen. Im Lauf der Zeit entwickelte sich nun eine Verflechtung militärischer, politischer und ökonomischer Interessen. Die militärischen Einheiten wurden zum größten Teil über familiäre Verbindungen aufgestellt. Nach und nach kamen immer mehr Fremde, so genannte Kenin, hinzu. Die militärischen Gruppen verselbständigten sich mit der Zeit zunehmend und sorgten nicht mehr nur für die Sicherheit anderer, sondern auch für Eigentumsrechte ihrer eigenen Mitglieder.

Zu Beginn des 9. Jahrhunderts war der Kern dieser militärischen Elitegruppen erbrechtlich noch mit dem kaiserlichen Hof verbunden. Dort erfolgten im Lauf dieses 12. Jahrhunderts die ersten Absplitterungen, und Familien wie die Taira (oder Heike) und Minamoto (oder Genji) gelangten an die Macht. Da es ihnen nicht gelang, am kaiserlichen Hof eine Laufbahn aufzubauen, zogen sie in die ländlichen Gegenden, um dort ihr Glück als Beamte oder Großgrundbesitzer zu versuchen. Durch ihren Ruf, den sie vom Hof mitbrachten, gelang es ihnen mit der Zeit, die vordersten Reihen des Landadels einzunehmen. Die Militarisierung dieser adligen Spitze, die Zeit, welche für das Üben verschiedener Kampftechniken aufgebracht wurde, sowie die hohen Kosten für die Ausrüstung mit modernen Waffen verliehen ihnen eine Stellung, die mit der der Ritter in Europa vergleichbar war. Diese adligen Krieger – als Gruppe unter der Bezeichnung Samurai oder Bushi bekannt – wurden durch das einfache Fußvolk unterstützt.

Die Samurai bildeten im 12. Jahrhundert den politischen und wirtschaftlichen Mittelpunkt der japanischen Gesellschaft. Aufgrund ihrer Verfügungsgewalt über das Land und damit verbunden, ihrer persönlichen Bande zu den Vasallen, denen sie das Land als Lehen übertragen hatten, wurde das Verhältnis von Samurai und ihren Vasallen oft als Familienbande beschrieben. Im 10. Jahrhundert kam es bereits zu Konfrontationen zwischen den verschiedenen rivalisierenden Gruppen. In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts gelang es einem Teil der Minamoto-Gruppe, die rivalisierende Taira-Gruppe aus Ostjapan zu vertreiben und die Macht zu übernehmen. Am Ende des 10. Jahrhunderts regierte im Norden von Honshu ebenfalls die Minamoto-Gruppe. Die Anführer der mächtigsten militärischen Gruppen wurden immer mehr am kaiserlichen Hof benötigt, um Positionen in der kaiserlichen Garde einzunehmen. Von dort aus erwarben sie wiederum andere Posten bei Hof, im Dienst der Kaiser, die sich zurückgezogen hatten. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts war ihre Macht so gewachsen, dass sie Aufseher über die Landgüter lokaler Machthaber wurden.

Die Macht der militärischen Elitegruppen kam am deutlichsten in dem Kampf zum Ausdruck, der nach dem Tod eines Kaisers zwischen seinen beiden Söhnen ausbrach. Einer der beiden Söhne wurde von den Mitgliedern der Taira und der andere von denen der Minamoto unterstützt. Daraufhin folgten zwei Kriege, aus denen schließlich Taira Kiyomori als Sieger hervorging. Kiyomori beließ nach seinem Sieg den Kaiser, die ehemaligen Kaiser und alle anderen Personen von Rang und Namen auf ihren Posten, übte aber selbst die Macht bei Hof aus. Gegen den Widerstand der alten Machthaber verhalf er Verwandten und Freunden zu hohen Funktionen bei Hof und in den ländlichen Gegenden. Seine Kontrolle über die ländlichen Gegenden beinhaltete jedoch nicht, dass er die Militärgruppen und die umherziehenden Banden beiseiteschieben konnte. Durch den Umstand, dass er sich sehr auf die Vorgänge bei Hof konzentrierte und sich zu viel um die so genannte Vetternwirtschaft und zu wenig um die Militärs in den ländlichen Gebieten kümmerte, verlor er den Kontakt zu ihnen.

Darauf stellte sich Yoritomo, Sohn eines ehemaligen Minamoto-Führers, ein, indem er militärische Gruppen gegen Kiyomori aufstellte. Aus dem Raum Kanto in Ostjapan organisierte er den Widerstand gegen die Taira. Sein Bruder Yoshitsune überfiel die Hauptstadt Kyoto, eroberte diese, vertrieb und dezimierte die Taira. Daraufhin folgte die Herrschaft der Minamoto, die sich allerdings im Gegensatz zu der der Taira über ganz Japan erstreckte. Voraussetzung für die Macht Yorimotos waren die persönlichen Bande, die er mit seinen Gokenin, den Kriegern, die hauptsächlich aus Kanto kamen, unterhielt. Durch den Umstand, dass er 16 Provinzen kontrollierte und ihm viele Ländereien der Taira zufielen, konnte er seine Gokenin mit Hilfe von Schenkungen und Lehen an sich binden. Die Gokenin konnten ihrerseits über ihn auch Posten in den Provinzen erhalten. Neben der normalen Regierung in den Provinzen setzte er auf jedem Landgut einen Jitó (eine Art Verwalter) ein, der bei der Organisation und der Eintreibung bestimmter Abgaben behilflich sein musste.

Yorimoto ernannte Vasallen zu Schogunen (Beschützern) über eine oder mehrere Provinzen. Diese Schogunen mussten lokale Vasallen benennen, die ihrerseits die Aufsicht darüber zu führen hatten, dass ein jeder seinen Pflichten nachkam. Aus Kamakura, dem an der Ostküste befindlichen Sitz seiner Militärmacht, setzte Yorimoto eine Verwaltungsstruktur ein, die sich von der alten Verwaltung abhob. Ab 1185 wurden den Minamoto vom kaiserlichen Hof mehrere Titel zugesprochen. 1192 erhielt Yorimoto den Titel Seiitaischogun (= Barbaren unterdrückender General). Dieser Titel war früher Feldherren bei Feldzügen gegen die Ainu verliehen, später aber dem Oberbefehlshaber über ganz Japan gegeben worden. Da der Begriff Schogun nur eine militärische Bedeutung hatte, wurde die Verwaltung oder das Schogunat von Yorimoto und seinen Nachfolgern Bakufu (Zeltregierung) genannt, da diese Regierung ihren Sitz nicht in Kyoto hatte. Zu Beginn rief die Regierung Yorimotos in den Reihen der alten Garde Widerstand hervor. Allmählich setzte sich das System aber im ganzen Land durch.

5

Amerika

In den Anden währte die Herrschaft der Tiahuanaco, welche im vorherigen Jahrhundert die Kulturen der Nazca und Mochica verdrängt hatte, nicht lange. Im 12. Jahrhundert verschwand Tiahuanaco. Die Mochica-Kultur erlebte in veränderter Form, als neue Bewohner die nördlichen Küstentäler besetzten, eine erneute Blüte. In der Vergangenheit hatten die Mochica-Indianer, auf dem Höhepunkt ihrer Kultur, Bewässerungsanlagen gebaut, die noch im 12. Jahrhundert völlig intakt waren. Dazu zählten Kanäle, die über eine Länge von 130 Kilometer verfügten, sowie steinerne Aquädukte, die Schluchten von manchmal 20 Meter Tiefe und 1 500 Meter Länge überbrückten. Als die Chimú-Indianer – man weiß bis heute nicht, woher sie kamen – in dieses Gebiet vordrangen, wahrscheinlich geschah dies auf Flößen aus Balsaholz, fanden sie auch fruchtbare Täler vor, die sich zur festen Besiedlung eigneten. Wasser garantierte Wohlstand. Ebenso wie in der Blütezeit der Mochica-Kultur aufgrund dieses Wohlstands das Zusammenleben ein hohes kulturelles und soziales Niveau erreichen konnte, was sich auch in der Kunst und in der Architektur niederschlug, so gelang es auch den Chimú-Indianern, ein blühendes Reich zu errichten, dessen Hauptstadt das zentral gelegene Chanchán wurde. In diesem Jahrhundert wurde im Chimú-Reich der Grundstein für einen Verbund kleiner Küstenstaaten gelegt. Diese Küstenstaaten gewannen, obgleich sie isoliert voneinander lagen, in Bezug auf ihre geschichtliche Vergangenheit und ihre Bodenschätze zusehends an Bedeutung. Ein Verbindungsweg ermöglichte diesen Küstenstaaten den Kontakt zueinander.

Das Bergvolk der Inka hatte allerdings weniger Wohlstand zu erwarten. Aus dem Bergland zwischen dem Titicacasee und Huari kommend, hatte es sich in der Hochebene von Cuzco niedergelassen und seine Hauptstadt gegründet. Von Anfang an unterschieden sich die Chimú von den Inka, die durch stark zentralistisch ausgerichtete politische Bestrebungen die Einheit im überregionalen Reich der Chim herstellen wollten. Sowohl das Wort Inka als auch das Wort Chim sind Eigennamen, die für den höchsten Machthaber des Volkes und seine Verwandten verwendet wurden. In beiden Fällen wurde das Volk mit dem Namen seiner kaiserlichen Familie bezeichnet. Im 12. Jahrhundert regierten beide Kaiser nebeneinander. Für die Inka war Cuzco der „Nabel” der Welt, wo der goldene Keil von Inti, dem Sonnengott, in der Erde versank. An dieser Stelle musste das Reich gegründet werden, welches den vier Windrichtungen der Erde Frieden bringen sollte. Gleichzeitig sollte es nach diesen vier Windrichtungen benannt werden: Tahuantinsuyu.

In Mexiko war das hoch gelegene Tal von Anahuác („am Wasser”, die indianische Bezeichnung für das Tal von Mexiko) für indianische Stämme und Kulturen eine beliebte Anlaufstelle und bot vielen Menschen einen Aufenthaltsort. Es war ein wasserreiches Gebiet mit Seen, die miteinander verbunden und von wilden Wäldern umsäumt waren. In einem solchen Gebiet konnten nur Friede und Ordnung herrschen, wenn eine zentrale Macht regierte, wie Teotihuacán vor oder Tula nach dem 10. Jahrhundert. Die Tolteken, die sich dort niedergelassen hatten, litten seit Ende des 11. Jahrhunderts unter den schlechten Witterungsbedingungen, unter Hungersnot und Krieg. Sie wurden so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass sie bei den Göttern des Feindes Zuflucht suchten. 1156 schließlich verließen sie in letzter Verzweiflung Tula. Als dann das Reich von Tula zusammenbrach, gelangten die vergleichsweise unzivilisierten Chichimeken in das Tal. In diesem Jahrhundert zogen die Mixteken in das Tal von Oaxaca, das uralte Gebiet der Zapoteken. Ihr Einzug glich einer Eroberung. Als Eroberer lebten sie von dem, was sie unterwegs vorfanden, und ernteten das, was andere gesät hatten. Mitla und Monte Albán gingen in ihren Besitz über. Die Wandmalereien geben Zeugnis davon. Ein anderes Zeugnis liefert der Grabhügel Sephen in Monte Albán, der in der Bauweise der Zapoteken gebaut wurde. Die Grabbeigaben im Hügelgrab stammen von den Mixteken und verdeutlichen ihre künstlerische Überlegenheit in der dünnen, hochpolierten, bunten Keramik, in Mosaiken aus Edelsteinen, in hübschen Verzierungen aus Gold und Silber, in Schnitzarbeiten aus Kristall, Bernstein und Korallen, Perlen, so groß wie Trauben, und in Tierknochen mit Relieffiguren aus der Mixtekenmythologie. All diese Gegenstände ließen allerdings überhaupt keine Rückschlüsse auf frühere Kulturen zu. Im Norden und Osten Mexikos, in Nordamerika, schien die Lage stabil zu sein. Es gab regionale Zuwanderungen, die von Regen und Trockenheit abhängig waren. Das Sinagua-Volk, welches im vorherigen Jahrhundert Arizona wegen des Ausbruchs eines im Landesinnern gelegenen Vulkans verlassen hatte, kehrte nun zurück. Der Vulkan war erloschen. Einwanderer aus anderen Gebieten ordneten sich ihrer Herrschaft unter.

Copyright: Winkler Prins/Elsevier.

Zurück
| | | | |
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft