Windows Live® Suchergebnisse

  • 20. Jahrhundert – Wikipedia

    Portal Geschichte | Portal Biografien | Aktuelle Ereignisse | Jahreskalender ... Das 20. Jahrhundert begann am 1. Januar 1901. Im Deutschen Reich erließ Kaiser Wilhelm II. ...

  • Amazon.de: 20. Jahrhundert

    Die großen Pianisten des 20. Jahrhunderts - Jewgenij Kissin von Evgeny Kissin, Prokofieff (Komponist), Liszt, und Schubert von Philips (Universal) (Audio CD - 1999)

  • Peter Möller - Das 20. Jahrhundert aus philosophischer Sicht

    Das 20. Jahrhundert aus philosophischer Sicht ... Siegmund Freud, 1856 - 1939 F. de Saussure, 1857 - 1913 Georg Simmel, 1858 - 1918

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Millennium: 20. Jahrhundert

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Theodore Roosevelt: Die Grundprinzipien seiner PolitikTheodore Roosevelt: Die Grundprinzipien seiner Politik
Artikelgliederung
1

Einleitung

Zum Thema Millennium sind außerdem folgende Artikel verfügbar: Millennium: 11. Jahrhundert; Millennium: 12. Jahrhundert; Millennium: 13. Jahrhundert; Millennium: 14. Jahrhundert; Millennium: 15. Jahrhundert; Millennium: 16. Jahrhundert; Millennium: 17. Jahrhundert; Millennium: 18. Jahrhundert; Millennium: 19. Jahrhundert; Millennium: Geographie; Millennium: Kunst; Millennium: Literatur; Millennium: Technik und Mobilität; Millennium: Weltgeschichte im Überblick.

2

1900 bis 1914

„Jedesmal, wenn ich im Gespräch mit jüngeren Freunden Episoden aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg erzähle, merke ich an ihren erstaunten Fragen, wie viel für sie schon historisch oder unvorstellbar von dem geworden ist, was für mich noch selbstverständliche Realität bedeutet. Und ein geheimer Instinkt in mir gibt ihnen jedoch Recht: Zwischen unserem Heute, unserem Gestern und Vorgestern sind alle Brücken abgebrochen. Ich selbst kann nicht umhin, mich zu verwundern über die Fülle, die Vielfalt, die wir in den knappen Raum einer einzigen – freilich höchst unbequemen und gefährdeten – Existenz gepresst haben, und schon gar, wenn ich sie mit der Lebensform meiner Vorfahren vergleiche. Mein Vater, mein Großvater, was haben sie gesehen? Sie lebten jeder ihr Leben in der Einform. Ein einziges Leben vom Anfang bis zum Ende, ohne Aufstiege, ohne Stürze, ohne Erschütterung und Gefahr, ein Leben mit kleinen Spannungen, unmerklichen Übergängen; in gleichmäßigem Rhythmus, gemächlich und still, trug sie die Welt der Zeit von der Wiege bis ins Grab. Sie lebten im selben Land, in derselben Stadt und fast immer sogar im selben Haus; was außen in der Welt geschah, ereignete sich eigentlich nur in der Zeitung und pochte nicht an ihre Zimmertür.”

Der Schriftsteller Stefan Zweig (1881-1942) stellte diese Sätze seinen Memoiren Die Welt von gestern (1942) voran. Seine Beschreibung trifft die Wirklichkeit jedoch nicht ganz, denn schon vor 1914 hatten Ereignisse, die für die Geschichte des 20. Jahrhunderts entscheidend waren, Einfluss auf das Leben auch der „kleinen” Leute. Dennoch ist es gerechtfertigt, die Zeit vor dem 1. Weltkrieg als die letzte Epoche zu betrachten, in der die Menschen noch nicht direkt mit den Folgen von Ereignissen konfrontiert wurden, die irgendwo anders auf der Welt stattfanden. Die Staaten verfolgten ihre eigenen Interessen und betrieben eine nationalistische und protektionistische Handelspolitik, und die Großmächte setzten die Aufteilung der Welt in Einflussbereiche unvermindert fort. Dieser Imperialismus verlief parallel zur Ausgestaltung des Kapitalismus, der nun in vielen Ländern zum bestimmenden Wirtschaftssystem wurde. Wissenschaft und Technik brachten Entdeckungen und Entwicklungen hervor, die der Industrie die Grundlagen zur Expansion bereitstellten; Betriebe bildeten riesige Trusts oder schlossen sich zu Kartellen zusammen. Unter den Bedingungen des Monopolkapitalismus organisierten sich die Arbeiter in Vereinigungen, durch die sie ihre Lebensbedingungen zu verbessern oder fundamentale Veränderungen in den staatlichen Systemen zu erreichen suchten. Die internationalen Beziehungen waren von den Gegensätzen zwischen den Großmächten gekennzeichnet, vom Rüstungswettlauf und von den Rivalitäten und dem Misstrauen zwischen den Großmächten, die in den verschiedenen Konfliktherden ihre jeweils eigenen Interessen verfolgten, beispielsweise auf dem Balkan mit seinen zahlreichen nationalen Gegensätzen. Außerhalb von Europa konnte sich neben den USA allenfalls Japan zu den Großmächten zählen.

In den Naturwissenschaften wurden revolutionäre Entdeckungen gemacht: Der deutsche Physiker Max Planck entwickelte 1900 seine Quantentheorie, 1905 veröffentlichte der junge Albert Einstein einen Artikel, in dem er u. a. die Grundlagen für seine Relativitätstheorie erläuterte, der Däne Niels Bohr stellte neue Theorien über den Atomaufbau auf. Die Untersuchungen über Radioaktivität wurden von Antoine Henri Becquerel seit seiner Entdeckung radioaktiver Strahlung 1895 erfolgreich weitergeführt. In der Biologie wurde die Vererbungslehre weiterentwickelt, und die Medizin gewann immer häufiger den Kampf gegen Krankheiten. Expeditionen stießen in bislang unbekannte Gebiete vor; vor allem die Antarktis wurde in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts intensiv erforscht.

2.1

Großbritannien

1901 starb Königin Viktoria, die mehr als 60 Jahre lang über Großbritannien geherrscht hatte. Doch mit ihrem Tod war das konservative, prüde Viktorianische Zeitalter noch lange nicht zu Ende, und das selbstzufriedene Bürgertum gab weiterhin den Ton an. Dennoch waren in der Gesellschaft Strömungen spürbar, die ein unbesorgtes Fortbestehen der alten gesellschaftlichen Verhältnisse gefährdeten. Im industrialisierten Großbritannien standen zu Beginn des 20. Jahrhunderts 80 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in abhängigen Arbeitsverhältnissen unterschiedlichster Form. Unter diesen Arbeitern fanden die Gewerkschaften zahllose Mitglieder. Unter dem Druck der Arbeiterbewegung, aus deren Reihen sich 1906 die Labour Party formierte, verabschiedeten liberale Regierungen nahezu revolutionäre Gesetze: Es wurden Sozialversicherungen eingerichtet, Mindestlöhne festgelegt und die Einkommen- und Erbschaftsteuer progressiv gestaltet. Mit diesen Errungenschaften konnte und wollte sich die Arbeiterbewegung jedoch aufgrund der in den vorausgegangenen Jahren gesunkenen Löhne nicht zufriedengeben, und 1911/12 streikten die Eisenbahner und Minenarbeiter.

Den Unabhängigkeitsbestrebungen der Iren suchte die britische Regierung mit einer dritten Home Rule Bill zu begegnen, doch die Mehrheit der überwiegend protestantischen Bevölkerung der nordirischen Provinz Ulster lehnte die Home Rule Bill ab. Das britische Empire wuchs weiter – an Umfang und an Macht und Bedeutung.

Im Welthandel spielte Großbritannien eine dominierende Rolle. So lagen z. B. 1914 rund 42 Prozent des gesamten Seehandelsvolumens in den Händen britischer Kaufleute. London wurde zum Zentrum der internationalen Finanzwelt. Im Gegensatz zu anderen Ländern verteilte sich der Export Großbritanniens gleichmäßig: 34 Prozent der Waren wurden nach Europa, 37 Prozent in das britische Empire und 29 Prozent in andere außereuropäische Länder exportiert. Was den Kapitalexport anbetraf, so lag Großbritannien weltweit klar an der Spitze.

2.2

Frankreich

Die Dreyfus-Affäre von 1894 wirkte auch in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts noch nachhaltig auf die französische Innenpolitik. Die linken Republikaner, die Dreyfus unterstützten, gewannen auf Kosten der rechten Parteien hinzu und stellten in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts die Regierung. Ihr wichtigstes Reformvorhaben war die vollständige Trennung von Kirche und Staat, die 1905 endgültig vollzogen wurde. 1906 wurde Dreyfus rehabilitiert. Anders als in den anderen westeuropäischen Ländern fand in Frankreich der Syndikalismus unter den Arbeitern eine große Anhängerschaft. Im Unterschied zu den traditionellen Gewerkschaften suchten die Syndikalisten durch Streiks und andere Aktionen mehr zu erreichen als lediglich Lohnerhöhungen und Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, nämlich eine Gesellschaft ohne staatliche Hierarchie. 1911/12 versetzten Anarchisten mit mehreren Anschlägen ganz Paris in Panik; 1913 wurden einige Mitglieder der für diese Attentate verantwortlichen Gruppierung zum Tod verurteilt.

Kunst und Literatur florierten – wie schon in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts. Im Straßenbild von Paris fallen auch heute noch die im Jugendstil gestalteten Eingänge zur Metro auf. Einer der bedeutendsten Vertreter und zugleich Vorreiter des Jugendstils, der Glaskünstler Émile Gallé, starb 1904. Anfang des 20. Jahrhunderts versammelten sich bildende Künstler der verschiedensten Richtungen in der französischen Hauptstadt: Fauvisten, wie Henri Matisse und Raoul Dufy, ältere Impressionisten, wie Camille Pissaro, und Kubisten. Auf die Kubisten, zu denen u. a. Pablo Picasso und Georges Braque gehörten, hatte das Spätwerk des 1906 verstorbenen Paul Cézanne großen Einfluss.

Auch in der Literatur brachten die ersten 14 Jahre des 20. Jahrhunderts viele große Namen und Werke hervor: L’Immoraliste (1902; Der Immoralist) von André Gide, Joris-Karl Huysmans’ Beschreibung seiner Rückkehr zum Katholizismus, L’oblat (1903), und Du côté de chez Swann (1913; In Swanns Welt) von Marcel Proust, der erste Teil von A la recherche du temps perdu (1913-27; Auf der Suche nach der verlorenen Zeit). Die Hauptvertreter der impressionistischen Musik in Frankreich waren Claude Debussy und Maurice Ravel. Die Premiere des Balletts Le sacre du printemps (1913) – von Igor Strawinsky für das Ballets Russes von Sergej Diaghilew komponiert – provozierte einen der größten Pariser Kulturskandale.

Zurück
| | | | | | | | | ... 
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft