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Millennium: 20. Jahrhundert

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Theodore Roosevelt: Die Grundprinzipien seiner PolitikTheodore Roosevelt: Die Grundprinzipien seiner Politik
Artikelgliederung
6.9

Japan

Nach dem Überfall auf den amerikanischen Marinestützpunkt Pearl Harbor baute Japan innerhalb eines halben Jahres seine Position in Ost- und Südostasien sowie im Pazifik aus, erlitt dann aber erste Niederlagen im Korallenmeer und auf den Midway-Inseln. Ein Jahr später setzte die Offensive der Alliierten ein. Im Februar 1945 landeten die ersten amerikanischen Truppen auf Iwo Jima. Nach der Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki und der Kriegserklärung durch die Sowjetunion unterzeichnete Japan am 2. September 1945 die bedingungslose Kapitulation. Damit war der 2. Weltkrieg auf allen Kriegsschauplätzen beendet.

6.10

Südostasien

Ganz Südostasien war vom Krieg betroffen. Indochina, Birma und Malakka wurden von Japan besetzt. Thailand stellte sich auf die Seite der Japaner. In Indochina gründete Ho Chi Minh 1941 die Widerstandsbewegung Vietminh; am 2. September 1945 rief er die Demokratische Republik Vietnam aus. In China war nach Kriegsende der „Burgfrieden” zwischen den Kommunisten unter Mao Tse-tung und der Kuomintang unter Chiang Kai-shek zerbrochen. Die Vereinigten Staaten und Großbritannien unterstützten die Kuomintang.

6.11

Britisch-Indien

Während des 2. Weltkrieges hatte sich die Opposition in Indien gespalten: Nehru plädierte dafür, Großbritannien zu unterstützen, um die Unabhängigkeit zu erreichen; Subhas Chandra Bose wählte die Seite der Achsenmächte und bildete in Malaya eine von Japan unterstützte „Nationalregierung”; Mohammed Ali Jinnah, der Führer der Muslim-Liga, befürwortete einen eigenen islamischen Staat; Gandhi verstärkte ab 1943 seinen gewaltlosen Kampf für die Unabhängigkeit des Indischen Subkontinents.

7

Rückblick auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts

In seiner Autobiographie Die Welt von gestern, aus der schon in der Einleitung dieses Historioskops des 20. Jahrhunderts zitiert wurde, schrieb Stefan Zweig im Rückblick auf sein Leben, auf die Höhen und Tiefen dieser ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: „... was haben wir nicht gesehen, nicht gelitten, nicht miterlebt? Wir haben den Katalog aller nur denkbaren Katastrophen durchgeackert von einem zum andern Ende (und sind noch immer nicht an der letzten Seite). Ich allein bin Zeitgenosse der beiden größten Kriege der Menschheit gewesen und habe sogar jeden erlebt auf einer anderen Front, den einen auf der deutschen, den andern auf der antideutschen. Ich habe im Vorkrieg die höchste Stufe und Form an individueller Freiheit und danach ihren tiefsten Stand seit Hunderten Jahren gekannt, ich bin gefeiert worden und geächtet, frei und unfrei, reich und arm gewesen. Alle die fahlen Rosse der Apokalypse sind in mein Leben gestürmt, Revolution und Hungersnot, Geldentwertung und Terror, Epidemien und Emigration; ich habe die großen Massenideologien unter meinen Augen wachsen und sich ausbreiten sehen, den Faschismus in Italien, den Nationalsozialismus in Deutschland, den Bolschewismus in Russland und vor allem jene Erzpest, den Nationalismus, der die Blüten unserer europäischen Kultur vergiftet hat. Ich musste wehrloser, machtloser Zeuge sein des unvorstellbaren Rückfalls der Menschheit in die längst vergessen gemeinte Barbarei mit ihrem bewussten und programmatischen Dogma der Antihumanität ... Aber paradoxerweise habe ich auch in ebenderselben Zeit, da unsere Welt im Moralischen zurückstürzte um ein Jahrtausend, dieselbe Menschheit sich im Technischen und Geistigen zu ungeahnten Taten erheben sehen, mit einem Flügelschlag alles in Millionen Jahren Geleistete überholend: die Eroberung des Äthers durch das Flugzeug, die Übermittlung des irdischen Worts in derselben Sekunde über den Erdball innerhalb von Sekunden und damit die Besiegung des Weltraums, die Zerspaltung des Atoms, die Besiegung der heimtückischsten Krankheiten, die fast tägliche Ermöglichung des gestern noch Unmöglichen. Nie bis vor unserer Stunde hat sich die Menschheit als Gesamtheit teuflischer gebärdet und nie so Gottähnliches geleistet.”

Das Ende des Weltkrieges erlebte Zweig nicht mehr. Er war 1940 in die USA emigriert, im folgenden Jahr weiter nach Brasilien gereist. Hier nahm er sich, resigniert, am 23. Februar 1942 das Leben.

8

1945 bis 1965

Nach dem 2. Weltkrieg erlangten die europäischen Kolonien in Asien und Afrika sukzessive ihre Unabhängigkeit (siehe Dekolonisation). Als neue Weltmächte hatten sich die Sowjetunion und die USA etabliert. Beide Mächte übten mehr oder weniger großen politischen, militärischen und wirtschaftlichen Einfluss auf verschiedene Staaten und grenzten so ihre jeweiligen Interessensphären ab. Es kam zur Blockbildung: Westeuropa wurde Partner der USA, die osteuropäischen Staaten bildeten unter sowjetischer Führung einen Block (siehe Ostblock). Der ideologische Gegensatz zwischen den USA und der Sowjetunion entwickelte sich zum so genannten Kalten Krieg, der wiederum einen enormen Rüstungswettlauf zur Folge hatte.

Nach 1945 entstanden verschiedene Allianzen: Im westlichen Block stellte die NATO das wichtigste Militärbündnis dar, ihr Gegenstück im Ostblock war der Warschauer Pakt. Als blockübergreifende Organisation wurden die Vereinten Nationen gegründet; ihr vorrangiges Ziel war die Sicherung des Friedens. Einige Westeuropäische Staaten forcierten auf der Basis der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit; die osteuropäischen Staaten hatten sich zum Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (COMECON) zusammengeschlossen. Die wichtigsten Erdöl produzierenden Länder (außer der Sowjetunion und den USA) vereinigten sich 1960 in der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), deren Machtposition kontinuierlich stärker wurde.

Nach dem 2. Weltkrieg waren vor allem die Entwicklung des Computers und der Beginn der Raumfahrtprojekte (siehe Weltraumforschung) Meilensteine des technischen Fortschritts. Vom technischen Fortschritt profitierten allerdings zuerst die Industrienationen; die Kluft zwischen Arm und Reich bzw. zwischen den Ländern der nördlichen Hemisphäre und der so genannten Dritten Welt wurde immer tiefer.

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