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  • Behaviorismus – Wikipedia

    Dieser Artikel behandelt einen Begriff aus der Verhaltensforschung. Zur Verwendung eines ähnlichen Begriffs in der Politikwissenschaft siehe Behavioralismus.

  • Behaviorismus

    Kapitel 2.2.2.3.1: Behaviorismus. Beim Behaviorismus wird das Gehirn als eine Art "black box" gesehen, d.h. die internen Vorgänge im Gehirn interessieren nicht.

  • Lernportal Psychologie, Fernuniversitaet Hagen - Behaviorismus

    Behaviorismus. Der zu Beginn des 20. Jahrhunderts maßgeblich von John B. Watson (1878-1956) und Edward Lee Thorndike (1874-1949) begründete Behaviorismus versteht die Psychologie ...

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Behaviorismus

Enzyklopädieartikel
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John B. WatsonJohn B. Watson
Artikelgliederung
1

Einleitung

Behaviorismus, Forschungsströmung der amerikanischen Psychologie, in der ein klar definiertes experimentelles Vorgehen vertreten wird, mit dessen Hilfe beobachtbares Verhalten (Reaktionen) in Beziehung zur Umgebung (Reize) untersucht wird. Seine Wurzeln hat der behavioristische Ansatz in den Schriften der britischen Assoziationstheoretiker (Assoziation). Weitere Quellen sind die amerikanische funktionalistische Schule der Psychologie (Funktionalismus) und die darwinsche Evolutionstheorie – in beiden geht es um die Anpassung der Individuen an ihre natürliche und soziale Umwelt.

2

Watsons Werk

Der Behaviorismus wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem amerikanischen Psychologen John B. Watson begründet. Damals waren die Vertreter des Faches der Auffassung, dass die Psychologie in der Untersuchung inneren Erlebens oder von Gefühlen mit Hilfe subjektiver, introspektiver Methoden bestehe. Watson bestritt das Vorhandensein inneren Erlebens nicht, beharrte aber darauf, dass dieses nicht untersucht werden könne, da es nicht beobachtbar sei. Watson war stark von den bahnbrechenden Untersuchungen der russischen Physiologen Iwan P. Pawlow und Wladimir M. Bechterew zum Lernen bei Tieren beeinflusst.

Watson wollte die psychologische Forschung streng naturwissenschaftlich ausrichten, indem er nur objektive Verfahren einsetzte – beispielsweise Laborexperimente – mit deren Hilfe statistisch signifikante Ergebnisse gewonnen werden sollten. Er formulierte eine psychologische Reiz-Reaktions-Theorie, der zufolge alle komplexen Verhaltensweisen wie etwa Emotionen und Gewohnheiten aus einfachen, beobachtbaren Reaktionen der Muskeln und Drüsen erklärbar wären. Er vertrat die Auffassung, dass auch emotionale Reaktionen erlernt sind, ganz ähnlich wie andere Fertigkeiten.

Watsons Reiz-Reaktions-Theorie führte zu einer außerordentlichen Ausweitung der Forschung zum tierischen und menschlichen Lernen; beim Menschen wurden dabei insbesondere die Jahre vom Kleinkindalter bis zum frühen Erwachsenenalter untersucht.

Von 1920 bis in die fünfziger Jahre war der Behaviorismus in den Vereinigten Staaten die führende psychologische Richtung und gewann auch weltweit starken Einfluss. Um die Mitte des Jahrhunderts hatten die Vertreter des jungen Behaviorismus umfangreiche Datenmengen zum Lernen erhoben, so dass die amerikanischen experimentellen Psychologen Edward C. Colman, Clark L. Hull und Burrhus Frederic Skinner ihre eigenen Lern- und Verhaltenstheorien formulieren konnten, die nun nicht mehr auf introspektiven Beobachtungen, sondern auf Laborexperimenten basierten.

3

Das Werk Skinners

Skinners Haltung ist auch als radikaler (oder deskriptiver) Behaviorismus bekannt. Mit Watson war er der Ansicht, dass sich innere Vorgänge nicht direkt beobachten lassen. Zugleich vertrat er jedoch die Auffassung, dass sich die Ergebnisse der inneren Vorgänge – das Verhalten – beobachten und mit Hilfe der üblichen naturwissenschaftlichen Methoden untersuchen lassen, insbesondere durch kontrollierte Experimente mit einzelnen Tieren und Menschen. An Tieren erforschte er das operante Konditionieren, das heißt das Lernen in Abhängigkeit von der Verstärkung, die das Tier für sein Verhalten erhält. Mit diesen Untersuchungen konnte er auch zeigen, dass komplexes Verhalten wie Sprechen und Problemlösen naturwissenschaftlich untersucht werden kann.

4

Forschung

Seit 1950 haben die Behavioristen eine beeindruckende Fülle von Grundlagenstudien durchgeführt, mit denen geklärt werden sollte, wie die verschiedenen Verhaltensweisen sich entwickeln und wie sie beibehalten werden. Untersucht wurden dabei (1) Einflüsse, die dem Verhalten vorausgehen, beispielsweise die Aufmerksamkeitsspanne und Wahrnehmungsprozesse, (2) Veränderungen im Verhalten selbst, etwa der Erwerb von Fertigkeiten, (3) Einflüsse, die dem Verhalten folgen, beispielsweise die Auswirkungen von Anreizen oder Belohnungen und Strafen, und (4) Bedingungen, die längerfristig auftreten, beispielsweise lang anhaltender emotionaler Stress oder das Fehlen des Lebensnotwendigsten.

Wenn diese Untersuchungen an Menschen durchgeführt wurden, dann zum Teil in dafür mit speziellen Beobachtungsmöglichkeiten ausgestatteten Räumen, zum Teil in natürlichen Umgebungen wie der Schule oder der Familie der Untersuchten. Untersuchungen, die an Tieren, insbesondere Ratten und Tauben, durchgeführt wurden, fanden in Standard-Laborsituationen statt. Die meisten Untersuchungen an Tieren galten nur einfachen Reaktionen. Den Tieren wurde beispielsweise beigebracht, einen Hebel zu drücken oder auf eine Scheibe zu picken, um etwas für sie Wertvolles, etwa Nahrung, zu erhalten, oder um einen schmerzhaften Reiz, etwa einen leichten Elektroschock, zu vermeiden.

Gleichzeitig wurden auch Untersuchungen durchgeführt, in denen die behavioristischen Methoden auf praktische Probleme angewandt wurden. Daraus ergaben sich eine Reihe von Therapiemöglichkeiten, die unter den Begriffen Verhaltensmodifikation oder Verhaltenstherapie zusammengefasst werden. Die behavioristische Anwendungsforschung deckt hauptsächlich drei Bereiche ab.

Der erste Fragenkomplex bezieht sich auf psychologische Behandlungsmethoden (auch als Verhaltenstherapie bezeichnet) für Erwachsene und Kinder mit Verhaltensstörungen. Im zweiten Bereich geht es um verbesserte Lehr- und Ausbildungsmethoden. Zum Teil wurden die schulischen Vermittlungsprozesse von der Vorschule bis zur Hochschule erforscht, zum Teil die Ausbildung im gewerblichen und industriellen Bereich und beim Militär – hier wurde auch die Methode des Programmierten Unterrichts entwickelt. Viele Untersuchungen haben sich auch mit der Verbesserung der Lehr- und Ausbildungsmethoden für behinderte Kinder in deren Familien, in der Schule oder in Behinderteneinrichtungen befasst. Der dritte Bereich behavioristischer Anwendungsforschung hat die langfristigen und kurzfristigen Auswirkungen von Drogen und Medikamenten auf das Verhalten zum Gegenstand. In diesen Untersuchungen werden Tieren Drogen oder Medikamente in verschiedenen Dosierungen und Kombinationen verabreicht, anschließend wird untersucht, wie sich das Verhalten der Tiere bei repetitiven Aufgaben wie dem Drücken eines Hebels verändert.

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