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Acetylsalicylsäure

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Säuren und Basen – Beispiele aus dem täglichen LebenSäuren und Basen – Beispiele aus dem täglichen Leben
Artikelgliederung
1

Einleitung

Acetylsalicylsäure (ASS), synthetische chemische Verbindung, die insbesondere als Aspirin® bekannt ist.

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Historischer Überblick

Bereits die Griechen des Altertums verabreichten Aufgüsse aus der Rinde und den Blättern von Weiden gegen Gelenkentzündungen; im Mittelalter verwendete man Weidenrinde als Heilmittel gegen rheumatische Schmerzen. 1829 isolierte der Münchener Pharmazieprofessor Johann Buchner das Glucosid (siehe Glykoside) Salicin (lateinisch salix: Weide) als Wirkstoff aus der Weidenrinde. Der italienische Chemiker Raffaele Piria stellte 1838 erstmals aus dem Salicin reine Salicylsäure her; diese schmeckt jedoch bitter und reizt den Magen. Der französische Chemiker Charles Frédéric Gerhardt produzierte deshalb 1853 (allerdings in unreiner Form) das verträglichere Acetylderivat der Salicylsäure, die Acetylsalicylsäure. Reine Acetylsalicylsäure wurde 1893 erstmals von den deutschen Chemikern Arthur Eichengrün und Felix Hoffmann synthetisiert.

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Anwendungsgebiete und Nebenwirkungen

Acetylsalicylsäure hemmt die Synthese von Prostaglandinen, Gewebshormonen, die an der Entstehung von Entzündungen, Fieber und Schmerzen beteiligt sind. Sie ist gegenwärtig das wichtigste Medikament gegen Fieber, leichte bis mittelschwere Schmerzen und Entzündungen, die durch Arthritis oder Verletzungen verursacht wurden; Acetylsalicylsäure ist als Schmerzmittel wirksamer als Codein. Sie kann bei längerer Einnahme, insbesondere auch bei Bluthochdruckkranken, allerdings u. a. Magen-Darm-Blutungen und Magengeschwüre zur Folge haben. Das Risiko solcher Nebenwirkungen lässt sich durch gepufferte Darreichungsformen der Acetylsalicylsäure verringern. Kindern, die Windpocken oder Grippesymptome haben, darf Acetylsalicylsäure nicht verabreicht werden, da dies das Risiko des zwar seltenen, jedoch manchmal tödlichen Reye-Syndroms erhöht – einer Erkrankung von Gehirn und Bauchorganen. In den letzten drei Monaten einer Schwangerschaft darf Acetylsalicylsäure nur auf ärztliche Anweisung genommen werden.

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Weitere erwünschte Wirkungen

Untersuchungen über die gerinnungshemmende Wirkung von Acetylsalicylsäure lassen vermuten, dass durch Einnahme einer halben Tablette pro Tag bei gefährdeten Menschen das Risiko eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls verringert werden kann. Acetylsalicylsäure wurde außerdem erfolgreich zur Bekämpfung des Bakteriums Staphylococcus aureus verwendet, das schwere Infektionen verursacht und beim Einsatz von Antibiotika nicht selten Resistenzen bildet. Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass Acetylsalicylsäure das Risiko von Dickdarm-, Mastdarm-, Magen- und Speiseröhrenkrebs sowie das Risiko der Erblindung durch Diabetes verringern und die Entstehung von Katarakten verlangsamen kann. Angesichts der Nebenwirkungen, die bei der Einnahme von Acetylsalicylsäure auftreten können, sollte dieser Wirkstoff allerdings nicht langfristig ohne ärztliche Kontrolle eingesetzt werden. Ein verringertes Dickdarmkrebsrisiko wurde z. B. erst bei Patienten festgestellt, die zehn Jahre täglich zwei Tabletten Acetylsalicylsäure eingenommen und damit ihr Risiko für Magen-Darm-Blutungen deutlich erhöht hatten (Journal of the American Medical Association, 2005).

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