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Zins

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ZinsdivisorenZinsdivisoren

Zins, Preis für die zeitweise Überlassung von Kapital, der durch Angebot und Nachfrage auf dem Kreditmarkt und dessen Teilmärkten (Geld- und Kapitalmarkt) bestimmt wird. Er ist – anders ausgedrückt – der Preis des Geldes: der Preis, der gezahlt werden muss, damit man Geld ausgeliehen bekommt, beziehungsweise der Preis, den man verlangt, wenn sich jemand Geld ausleihen will.

Da das Wirtschaftssubjekt, das Geld verleiht, dadurch zeitweise auf sein Geld verzichtet und damit z. B. auch auf Liquidität und gegenwärtigen Konsum, verlangt er dafür eine Zinszahlung, die diesen Verzicht kompensiert. Dieser Preis des Geldes wird in Prozenten ausgedrückt und als Zinssatz bezeichnet. Er gibt den Prozentsatz an, zu dem Kapital in einen bestimmten Zeitraum – üblicherweise ein Jahr – verzinst oder ein Kredit gewährt wird. Da Sparen, d. h. zeitweiliger Konsumverzicht, die Voraussetzung für jedes Kreditangebot ist, wird der Zins auch als materielle Belohnung für Sparsamkeit angesehen. Wer Geld bei seiner Bank anlegt erhält Habenzinsen, während jener, der einen Kredit aufnimmt, Sollzinsen zahlen muss. Die Höhe der Zinsen ist von der Marktlage und der Laufzeit der Anlage bzw. des Kredites abhängig. Das Kreditangebot hängt nicht allein von den privaten Ersparnissen der Wirtschaftssubjekte ab, sondern wird auch durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank beeinflusst, da die Zinsen einen erheblichen Einfluss auf die Konjunktur haben. So führt ein hoher Zinssatz dazu, dass weniger Kredite nachgefragt werden und damit die Investitionsbereitschaft der Wirtschaftssubjekte sinkt. Auf diese Weise kann z. B. die konjunkturelle Entwicklung innerhalb einer Volkswirtschaft gebremst werden.

Auf der Nachfrageseite des Kreditmarktes unterscheidet man zwischen den Kreditwünschen von privaten Unternehmen oder des Staates für Investitionen und denen von privaten und staatlichen Haushalten für Konsumzwecke. Die Kreditnachfrage nimmt mit ansteigendem Zinssatz ab bzw. steigt bei sinkendem Zinssatz. Eine Erhöhung der Staatsausgaben, die durch Kredite finanziert wird, führt tendenziell zu einem Zinsanstieg. Wird in wirtschaftlich unsicheren Zeiten von den privaten Haushalten dagegen erheblich mehr gespart als bisher, wird der Zinssatz tendenziell sinken.

Während heute in modernen Volkswirtschaften die Zahlung jeglicher Art von Zinsen für alle Arten von Krediten als richtig und sogar wünschenswert angesehen wird, da Zinsbelastungen dabei helfen, die begrenzten Kreditmittel auf Projekte zu verteilen, die den größten Gewinn und die größte Produktivität erbringen, war der Zins in der Antike als Einkommensquelle umstritten. Aristoteles lehnte ihn mit dem – aus heutiger Sicht – falschen Satz ab: „Geld wirft keine Junge”. Für die Christen des Mittelalters galten Zinszahlungen als unmoralisch, da Wucher als Sünde angesehen wurde. Die Haltung der christlichen Kirche dazu definierte Thomas von Aquin. Sie billigte Zinsen für Kredite zu Wirtschaftszwecken, da mit diesem Geld neues Vermögen geschaffen wurde, doch sie hielt es für eine Sünde, Zinsen zu zahlen oder zu empfangen für Kredite, die für den Kauf von Konsumgütern vergeben wurden. Das islamische Recht betrachtet Zinsen streng genommen immer noch als Sünde, und in einigen islamischen Ländern werden gesetzliche Bestimmungen erlassen, die Zinszahlungen durch andere Belohnungen für Sparsamkeit ersetzen. In sozialistischen Ländern wurden Zinsen anfangs als ein Relikt der bürgerlichen, kapitalistischen Ökonomie verworfen, später jedoch als wirtschaftliche Steuerungsgröße für die Verteilung von Ressourcen anerkannt.

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