Suche in Encarta
In Encarta suchen nach William Bateson

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

William Bateson

Enzyklopädieartikel

William Bateson (1861-1926), britischer Biologe; Begründer der Genetik, der dieser Disziplin 1906 ihren Namen gab.

Bateson wurde am 8. August 1861 in Whitby im britischen Yorkshire als Sohn eines Hochschullehrers für klassische Sprachen geboren. Er studierte in Cambridge am Saint John’s College, wo sein Vater lehrte, Naturwissenschaften; 1883 erhielt er den Grad eines Bachelor of Arts. Er verließ dieses College als begeisterter Evolutionsforscher und unternahm zunächst anatomische und morphologische Untersuchungen, um zur Weiterentwicklung der Evolutionstheorie beizutragen. Er führte eine wichtige Arbeit über die Phylogenese von Eichelwürmern (Balanoglossus) durch und erkannte die stammesgeschichtliche Ableitung der Chordatiere von wurmähnlichen Vorfahren. Bateson beobachtete, dass sich Organismen normalerweise sehr deutlich voneinander unterscheiden und bestimmte Eigenschaften von Lebewesen plötzlich in der Stammesgeschichte auftauchen und wieder verschwinden; solche Veränderungen konnten sich von einer Generation zur nächsten einstellen. Bateson schloss daraus, Evolution laufe meistens in großen, nicht zusammenhängenden Sprüngen ab, statt kontinuierlich fortzuschreiten; diese Darstellung gilt heute allerdings nicht mehr als exaktes Modell. Bateson veröffentlichte seine Überlegungen und Fakten, mit denen er diese stützte, 1894 in Materials for the Study of Variation.

Auf der Suche nach weiteren Belegen für seine Theorien begann Bateson, die Vererbung von Merkmalen zu untersuchen. 1900 stieß er auf eine Arbeit Gregor Mendels. Bateson stellte fest, dass Mendels Experimente mit Bohnenpflanzen einige seiner eigenen Beobachtungen bestätigten. Er wurde somit einer der frühesten Verfechter der Mendel’schen Vererbungslehre und führte eigene Experimente durch, die Mendels Werk ergänzten. Bei Kreuzungsexperimenten mit Gartenwicken entdeckte Bateson die Faktorenkopplung: Manche Eigenschaften der Pflanzen und damit die betreffenden genetischen Grundlagen wurden nur gemeinsam vererbt. Thomas Hunt Morgan wertete dies später als Beweis für die Chromosomentheorie der Vererbung, der Bateson allerdings skeptisch gegenüberstand. Durch seine Wiederentdeckung der Arbeiten Mendels und durch seine eigenen Experimente wurde Bateson zum Wegbereiter des rasanten Fortschritts der Genetik im 20. Jahrhundert.

Bateson unternahm Forschungsreisen an die nordamerikanische Atlantikküste, in asiatische Steppen sowie nach Ägypten. 1908 übernahm er den für ihn gegründeten Lehrstuhl für Genetik an der Cambridge University. 1910 wurde er Direktor der John Innes Horticultural Institution, die sich unter seiner Leitung zu einem bedeutenden genetischen Forschungszentrum entwickelte; 1922 wurde er Kurator im Britischen Museum. Die beiden letzteren Positionen hatte er bis zu seinem Tod inne; er starb am 8. Februar 1926 in Merton bei London.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft